„Wirtschaft in der Region boomt“: Arbeitsagentur legt Oktober-Zahlen vor

02. November 2017
Fulda

Die Arbeitslosigkeit in Osthessen sinkt weiter: Im Oktober waren im Landkreis Fulda 3.241 Personen arbeitslos gemeldet – 76 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote liegt, wie im Vormonat, bei 2,7 Prozent. Das teilte die Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda am Donnerstagvormittag mit

„Die Wirtschaft in der Region boomt, der Arbeitsmarkt profitiert von einer starken Herbstbelebung und zeigt sich weiterhin stabil“, erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Fulda. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote 3,0 Prozent betragen und die Zahl der Arbeitslosen war um nahezu zehn Prozent höher gewesen.

Von der guten Konjunkturentwicklung konnten nahezu alle Personengruppen profitieren. Im Oktober waren 1517 Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies waren 192 (11, 2 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der arbeitslosen Männer sank binnen Jahresfrist um 8,2 Prozent auf 1724.

Besonders durch Vermittlung in Arbeit und Aufnahme eines Studiums sank die Zahl der jüngeren Arbeitslosen um 62 Personen auf 383. Die Beschäftigungssituation für ältere Arbeitnehmer hat sich ebenfalls verbessert. Im Oktober waren 1098 Frauen und Männer über 50 Jahren erwerbslos. Dies waren 4 weniger als im Vormonat und 164 weniger als vor einem Jahr.

Dombrowski sieht weitere Anzeichen für eine stabile Wirtschaftslage: „Im Oktober haben sich weniger Menschen aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos gemeldet als im Oktober des vergangenen Jahres. Zugleich ist es gelungen, mehr Personen aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.“ Dies ist umso positiver zu bewerten, da ein nennenswerter Teil der Einstellungen für das Weihnachtsgeschäft noch erfolgen wird.

Auch die Stellenseite belegt die robuste Verfassung des Marktes. In nahezu allen Branchen und Bereichen besteht ein enormer Bedarf an Personal. Dem Arbeitgeberservice liegen momentan 2396 Stellen zur Vermittlung vor. Gesucht werden zum Beispiel Fachkräfte und Hilfskräfte im Verkauf, Fleischerei- und Bäckereifachverkaufskräfte, Dachdecker sowie Anlagenmechaniker – Sanitär-, Heiz- und Klimatechnik und Servicepersonal im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Jahres-Zahlen folgen am Freitag

Die Jahresbilanz zum Ausbildungsmarkt wird am Freitag, 3. November, im Rahmen der Ausbildungsmarktkonferenz Fulda veröffentlicht. Auch in der Region Hersfeld-Rotenburg profitierte indes der Arbeitsmarkt ebenfalls von einer starken Herbstbelebung. Im Oktober sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber September um 159 auf 2734 (-5,5 Prozent). Damit fiel der Rückgang deutlich stärker als in den Vorjahren aus. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,3 Prozent und liegt weiterhin unter dem Hessenwert von 4,8 Prozent.

Die positive Entwicklung wirkt sich auf alle Personengruppen aus. So hat sich die Arbeitslosigkeit bei Männern um rund 7 Prozent auf 1422 reduziert. Besonders durch Vermittlung in Arbeit und Aufnahme eines Studiums sank die Zahl der jüngeren Arbeitslosen um 69 Personen auf 285. Die Beschäftigungssituation für ältere Arbeitnehmer hat sich ebenfalls verbessert. Im Oktober waren 877 Frauen und Männer über 50 Jahren erwerbslos. Dies waren 13 weniger als im Vormonat und 44 weniger als vor einem Jahr.

In nahezu allen Branchen und Bereichen besteht ein enormer Bedarf an Personal. Dem Arbeitgeberservice liegen momentan 1350 Stellen zur Vermittlung vor. Dies sind 16,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Unter anderem fehlt Personal in nahezu allen Bereichen des Handwerks, in der Pflege, im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Einzelhandel. Darüber hinaus bietet der Stellenmarkt Chancen für spezialisierte Arbeitskräfte. So werden beispielsweise ein Psychologe mit Schwerpunkt Verkehrspsychologie sowie ein Forstwirtschaftsmeister gesucht.

Mehr als 3700 freie Stellen im Agenturbezirk

Insgesamt ist somit im Zuge der Herbstbelebung auch die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda im Oktober weiter gesunken. In den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg waren insgesamt 5975 Menschen arbeitslos. Dies waren 235 weniger als im Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 3,2 Prozent (September: 3,4 Prozent) und somit weit unter dem Hessendurchschnitt (4,8 Prozent).

Von der saisonalen Belebung profitieren alle Personengruppen: Männer, Frauen, jüngere Arbeitslose unter 25 Jahren, ältere Arbeitslose über 50 Jahren sowie schwerbehinderte Personen und Personen ohne deutschen Pass. „Wie stabil der Arbeitsmarkt tatsächlich ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr“, erklärt Dombrowski.

Die Arbeitslosigkeit ist binnen Jahresfrist um 4,4 Prozent gesunken. Darüber hinaus haben sich weniger Personen aus einer Beschäftigung arbeitslos gemeldet als im Vorjahresmonat. Zugleich konnten mehr Menschen wieder in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden.

Auch der Stellenbestand liegt höher als im Oktober des vergangenen Jahres. Insgesamt liegen den Arbeitgeberservices der Arbeitsagentur im Agenturbezirk derzeit 3.746 Stellen zur Besetzung vor. Dies sind 198 mehr (+5,6 Prozent) als im Oktober vergangenen Jahres. Bedarf an Arbeitskräften – besonders an qualifiziertem Personal – besteht in nahezu allen Bereichen.

Goldener Herbst: In Fulda nahezu Vollbeschäftigung

Auch insgesamt auf dem hessischen Arbeitsmarkt hat im Oktober der Boom angehalten. Zum Stichtag waren noch 159.034 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, wie die hessische Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das waren 2648 Menschen weniger als im September und der niedrigste Stand seit 1992.

Die Arbeitslosenquote blieb landesweit bei 4,8 Prozent und näherte sich im Landkreis Fulda mit 2,7 Prozent allmählich der Vollbeschäftigung. Vor einem Jahr hatte die Quote in Hessen noch 5,0 Prozent betragen. Direktionschef Frank Martin rechnet wegen der anhaltend hohen Zahl freier Stellen, positiven Konjunkturprognosen und der nach wie vor stark zunehmenden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit einer weiterhin positiven Entwicklung.

Sorgen bereitet hingegen der Ausbildungsmarkt. Nach einer vorläufigen Bilanz blieben knapp 2700 Stellen unbesetzt und 1865 junge Menschen ohne passende Ausbildung. Martin forderte Betriebe und Bewerber auf, ihre Anspruchshaltungen zu hinterfragen: „Es kann nicht sein, dass man keine Ausbildung aufnimmt, weil eine halbe Stunde Anreise als zu lang empfunden wird. Aber auch die Betriebe müssen sich zunehmend mit der Frage beschäftigen, ob es nicht doch eine Alternative zum Wunschkandidaten gibt.“

Arbeitslosigkeit erstmals seit Wiedervereinigung unter 2,4 Millionen

Deutschlandweit ist im Zuge des Herbstaufschwungs die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Oktober auf 2,389 Millionen gesunken. Erstmals seit der Wiedervereinigung sank damit die Erwerbslosigkeit unter die Marke von 2,4 Millionen. Im Vergleich zum September nahm die Zahl der Erwerbslosen um 60.000 ab, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Jobsucher um 151.000 zurück. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 5,4 Prozent. „Die sehr gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hält an“, sagte BA-Chef Detlef Scheele. Durch die kräftige Herbstbelebung sei die Arbeitslosigkeit sogar stärker als üblich gesunken. Die Beschäftigung sei weiter gewachsen, auch die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern habe erneut zugenommen.

Zuletzt waren 780.000 offene Stellen bei der BA gemeldet – 88.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt sank die Zahl der Jobsucher ebenfalls. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl lag im Oktober bei 2,495 Millionen. Damit waren rund 11.000 Männer und Frauen weniger ohne Job als im September – im Westen sank die Zahl um 7000, im Osten um gut 4000.

Die Zahl der Erwerbstätigen lag nach Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes im September bei 44,65 Millionen – ein Plus von 41.000 gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 655.000 Erwerbstätige mehr.

Der Anstieg gehe allein auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück, hieß es von der Bundesagentur. Diese hat laut Berechnungen der BA von Juli auf August saisonbereinigt um 74.000 zugenommen. Damit hatten 32,40 Millionen Menschen in Deutschland zuletzt einen regulären Job – 746 000 mehr als ein Jahr zuvor. / FZ, sar, dpa