Der „Prince“ schockt seinen Ex-Club: Eintracht siegt bei Hertha 2:1

03. Dezember 2017
Frankfurt/Berlin

42 Spiele hat Kevin-Prince Boateng für die Hertha gemacht. Für Frankfurt trifft er gegen seinen Ex-Klub. Auf einen Jubel verzichtet der Mittelfeldspieler. Die Eintracht ist jetzt schon Achter.

Kevin-Prince Boateng hat bei seiner Rückkehr nach Berlin seinem Ex-Club einen späten K.o. versetzt. Dank seines Treffers in der 80. Minute gewann Eintracht Frankfurt am Sonntag in der Fußball-Bundesliga bei Hertha BSC mit 2:1 (1:1) und rückte in der Tabelle mit 22 Punkten auf Rang acht vor. Auf einen Jubel verzichtete Boateng, der seine Karriere bei Hertha gestartet und 42 Spiele für die Blau-Weißen absolviert hatte.

Hertha-Trainer Pal Dardai sprach im TV-Sender Sky von einer „unnötigen Niederlage“ und dass seiner Mannschaft nach der Führung der Mut gefehlt habe.

Davie Selke (15. Minute) hatte am 14. Spieltag vor 38.781 Zuschauern im Olympiastadion eine stark beginnende, aber schnell nachlassende Hertha in Führung gebracht. „Die Niederlage tut sehr weh, weil es ärgerlich ist nach so einer guten Anfangsphase“, sagte der Torschütze. „Es ist mir ein Rätsel, wie wir das Ding verlieren konnten.“

Marius Wolf (26.) glich noch vor der Pause für die sich steigernden Gäste aus. Berlin steht nach der schon dritten Heimniederlage der Saison mit 17 Punkten auf Platz elf. „Jetzt müssen wir gegen Augsburg und Hannover punkten“, sagte Dardai. Das Ziel seien 21 Zähler vor Weihnachten. „Ich glaube, das ist machbar.“

Im 59. Duell mit dem Lieblingsgegner – gegen keinen Liga-Gegner hat Hertha eine bessere Bilanz – begannen die Gastgeber, wie von Dardai vorgegeben. „Wir wollen unbedingt gewinnen und nach vorne spielen.“

Eintracht blieb mit dem gebürtigen Berliner Kevin-Prince Boateng und dem wieder ins Team gerückten Makoto Hasebe kompakt im Mittelfeld. Die Gäste unterbanden viele Berliner Angriffe schon im Ansatz, setzten selbst einige Nadelstiche. So musste Jarstein gegen Wolf klären (57.). Hertha vermochte es nicht mehr, die Doppelspitze Ibisevic/Selke zu bedienen. Am Ende konnte Eintracht-Coach Niko Kovac doch noch jubeln. Eine Hereingabe wehrte Mitchell Weiser unglücklich zu Boateng ab. Der gebürtige Berliner traf aus 16 Metern. / dpa