Eine App, die sämtliche Treuekarten vereint: Zwei Schüler aus Hanau gründen Start-up-Unternehmen

12. Januar 2018
Hanau

Eine App, die sämtliche Treuekarten auf dem Smartphone vereint – mit dieser Idee wagten Rohin Patidja und Onur Sarikaya im vergangenen Sommer den Schritt unter die Jungunternehmer. Obwohl die Downloadzahlen in die Höhe schossen, haben die beiden Jugendlichen ihren Fokus inzwischen verlegt.

Von Jonas Bormann

„Wir haben unsere Portemonnaies durchgeschaut und dabei gemerkt, wie viele Treuekarten wir eigentlich haben“, erklärte Rohin Patidja Anfang August im Gespräch mit unserer Zeitung. Wenige Tage zuvor hatten er und Kumpel Onur Sarikaya ihre erste eigene App namens „Cards“ auf den Markt gebracht, deren Konzept schon damals vielversprechend klang.

Mit dem Download der Applikation sollte jeder Nutzer einen individuellen QR-Code erhalten, der bei den teilnehmenden Läden in der Hanauer Innenstadt anschließend als zusammenfassender Ersatz sämtlicher Treuekarten dienen sollte. Auch heute befinde sich die App noch in der Testphase, wie die beiden Karl-Rehbein-Schüler betonen. Ihre Erwartungen wurden jedoch schon längst übertroffen.

„Unser Ziel waren 500 Downloads bis Januar“, sagt der 17-jährige Sarikaya, der die aktuelle Entwicklung selbst kaum fassen kann. Seit August hat sich die Zahl der kooperierenden Hanauer Einzelhändler und Gastronomen verdoppelt, die App selbst wurde bereits mehr als 2000-mal heruntergeladen.

Ursprünglich hatten Patidja und Sarikaya den Plan verfolgt, ihre App lediglich in der Brüder-Grimm-Stadt zu etablieren, um anschließend neue Gebiete zu erschließen. Über Hanau, Maintal und Rodenbach sollte der Weg ins gesamte Bundesgebiet führen. Inzwischen hat sich der Fokus der beiden Jungunternehmer jedoch verschoben. An erster Stelle steht nun nicht mehr die App, sondern die Stadt, in der sie leben.

„Wir hatten ein Gespräch mit einem Unternehmer. Dieser hat uns aufgezeigt, wie spannend es sein kann, Stück für Stück zur Verbesserung des eigenen Umfelds beizutragen“, erklärt Patidja. Wie schon bei der Programmierung ihrer App ließen die beiden Rehbein-Schüler keine Sekunde verstreichen, ehe sie massenhaft Mails mitsamt ihrer Ideen an die verschiedensten Institutionen verschickten. In ihrer Rolle als erstes Hanauer Start-up lag es den Jungunternehmern ganz besonders am Herzen, den Gründergedanken stärker in der Stadt zu etablieren. Darüber hinaus war es das erklärte Ziel der ambitionierten Freunde, den Hanauer Einzelhandel digital aufzurüsten, um diesen so voranzubringen.

An Selbstvertrauen scheint es Patidja und Sarikaya jedenfalls nicht zu mangeln: „Wenn etwas fehlt, können wir es füllen“, sagen sie.