Mutmaßlicher Johanna-Mörder war 2011 weiteres Mal auffällig

07. November 2017
Alsfeld/Frankfurt

Der mutmaßliche Mörder der kleinen Johanna soll ein weiteres Mal mit einem Übergriff auf ein Kind auffällig geworden sein. Einem Bericht des Hessischen Rundfunks zufolge war er bei dem Vorfall 2011 in ein Handgemenge mit dem Vater verwickelt, bei dem dieser sich die Hand brach.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelte später wegen Körperverletzung. Es habe keine Anhaltspunkte für eine Verbindung zum Fall Johanna gegeben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Montag. „Sonst wäre man natürlich aktiv geworden.“

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Ein zweiter Missbrauchsfall hat die Ermittler auf die Spur des Tatverdächtigen im Fall Johanna geführt. Das berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, am Donnerstag in Gießen.

Die achtjährige Johanna war im Jahr 1999 entführt, missbraucht und getötet worden. Der 41 Jahre alte Tatverdächtige aus dem hessischen Friedrichsdorf war vor fast zwei Wochen festgenommen worden. Ermittlungen in einem anderen Missbrauchsfall sowie neue Spurenauswertungen hatten die Fahnder auf seine Spur gebracht.

Bei dem jetzt bekannt gewordenen Übergriff war das damals sieben Jahre altes Mädchen vor dem Haus der Familie in Friedrichsdorf von dem Mann verfolgt worden. Er habe das Kind umklammert, festgehalten und geschrien: „Mein Mädchen, mein Mädchen“, erzählte die Mutter der „Hessenschau“. Schließlich sei es gelungen, das schreiende Mädchen zu befreien.

Nach mehr als 18 Jahren: Festnahme im Mordfall Johanna

Jahrelang hat die Polizei nach dem Mörder der achtjährigen Johanna aus der Wetterau gesucht - auch Massentests brachten keinen Erfolg. Nun die Überraschung: In Friedrichsdorf wurde ein Mann festgenommen. Die Hintergründe des Ermittlungserfolgs sind noch unbekannt.

Der Mann wurde von Polizisten überwältigt und kam in die Psychiatrie, da er laut dem Bericht offensichtlich unter Drogeneinfluss stand. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, die die Ermittlungen zum Fall Johanna führt, bestätigte, dass es 2011 einen Vorfall gegeben hat. Ermittelt habe aber die Frankfurter Staatsanwaltschaft. Deren Sprecherin konnte keine weiteren Angaben zu dem Fall an sich und den folgenden Ermittlungen machen. / dpa