Nach Unfall mit drei Toten: Lastwagenfahrer vor Gericht

08. November 2017
Kassel

An einem Stauende kommt es zu einem Zusammenstoß mit fatalen Folgen. Im Wrack eines Wohnmobils sterben Vater, Mutter und Tochter. 16 Monate später müssen nun Richter das Geschehen aufklären.

Der tragische Unfalltod einer Familie auf der A 7 in Nordhessen beschäftigt an diesem Donnerstag, 9. November, das Amtsgericht in Kassel. Auf der Anklagebank sitzt ein 51-jähriger Lastwagenfahrer. Er hatte den Ermittlungen zufolge im Juli 2016 das Ende eines Staus auf der A7 übersehen. Zwischen Guxhagen und Kassel-Süd krachte er mit seinem Fahrzeug in das Wohnmobil der Familie, das auf der rechten Spur angehalten hatte. Die Staatsanwaltschaft geht von Unachtsamkeit als Unfallursache aus, der 51-Jährige ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Nach dem Unfall bot sich den Rettern ein schlimmes Bild: Die Autobahn war übersät von Trümmerteilen, das Wohnmobil völlig zerstört. Für die 53 Jahre alten Eltern und ihre elfjährige Tochter kam jede Hilfe zu spät. Die Familie stammte aus einem kleinen Ort im Kreis Ammerland in Niedersachsen. Der Lastwagenfahrer selbst erlitt schwere Verletzungen und musste nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Monate lang in einem Krankenhaus behandelt werden.

Neben dem Lkw und dem Wohnmobil waren noch drei weitere Lastwagen und ein Auto in den Unfall verwickelt. Für den Prozess ist ein Verhandlungstag angesetzt. Das Gericht will sechs Zeugen und zwei Sachverständige zu dem Geschehen befragen. / dpa