Sohn soll Eltern mit Messer angegriffen haben

14. März 2018
Großkrotzenburg

Ein offensichtlich verwirrter 39-Jähriger soll am frühen Mittwochmorgen seine Eltern mit einem Messer angegriffen haben. Laut der Polizei habe er den 71 Jahre alten Vater und die 69 Jahre alte Mutter im Schlaf überrascht. Diese flüchteten in eine nahegelegene Bäckerei.

Der Tatort an der Brüder-Grimm-Straße lässt erahnen, wie es den Opfern ergangen sein muss. Blutflecken ziehen sich über die gesamte Einfahrt, an Eingangstor und Gartenzaun sind größere Blutlachen erkennbar. Der Weg zur Bäckerei war wohl nicht die erste Option für die Eltern des mutmaßlichen Täters: An der Klingel am Nachbarhaus prangt ein blutiger Daumenabdruck. Doch erst in der knapp 60 Meter entfernten Bäckerei konnte sich das Paar nach Polizeiangaben gegen 4.40 Uhr in Sicherheit bringen. Die dortige Verkäuferin steckte bereits mitten in den Vorbereitungen für den Arbeitstag. Sie reagierte prompt und ließ die beiden Flüchtenden herein und rief die Rettungskräfte. Die Verkäuferin stand danach ebenso wie die Opfer unter Schock.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll der Täter den beiden Flüchtenden gefolgt sein. Diese wurden in einem Krankenhaus behandelt. Die Frau erlitt leichte, der Mann schwere Verletzungen, darunter einer acht Zentimeter tiefe Schnittwunde im Oberbauch, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hanau mitteilte. Der Mann befinde sich aber nicht in Lebensgefahr. „Das waren ohnehin komische Leute“, sagt eine Nachbarin auf Anfrage. Ein anderer Nachbar beschreibt den mutmaßlichen Täter als „sympathisch, aber auch sehr in sich gekehrt und etwas verschlossen“.

Die Hintergründe zur Tat waren am Mittwoch noch völlig unklar. Dem 39-Jährigen legt die Staatsanwaltschaft unter anderem zweifachen versuchten Mord mit dem Merkmal der Heimtücke zur Last. Er wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht. / zeh