18-Jähriger Afghane sticht Landsmann nieder: Gerichtsprozess in Hünfeld hat begonnen

13. Dezember 2017
Hünfeld

Vor dem Landgericht Fulda wird derzeit gegen den 18-Jährigen Flüchtling aus Afghanistan verhandelt, der am Abend des 6. Juli in Hünfeld einen gleichaltrigen Landsmann erstochen hat.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Der mutmaßliche Tatverdächtige stellte sich wenig später in der Nähe des Tatorts der Polizei. Er hatte die Tatwaffe noch bei sich. Wie die Staatsanwaltschaft später mitteilte, habe der 18-Jährige die Tat gestanden. Die Ursache des Streits habe offenbar in persönlichen Auseinandersetzungen der beiden jungen Männer gelegen. Er wurde in Untersuchungshaft genommen.

Die Bluttat hatte sich am Abend des St.-Ulrich-Tags ereignet, an dem in Hünfeld die traditionelle Brandprozession stattfindet. Während sich deren Teilnehmer in der Stadtpfarrkirche zur Abschlussandacht versammelten, ereignete sich keine 100 Meter entfernt in der Unterkunft am Fuldaer Berg die Bluttat.

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Wie der Sprecher des Landgerichts und Beisitzer im Verfahren, Richter Dominik Dute, am Dienstag mitteilte, hatte die Staatsanwaltschaft es versäumt, die Medienvertreter auf die Verhandlungen hinzuweisen. Daher sind bereits vier Verhandlungstage ohne Berichterstattung verstrichen. Diese Termine standen laut Dute vor allem im Zeichen der Beweisaufnahme. Der Angeklagte habe die Stiche, durch die das Opfer getötet wurde, grundsätzlich eingeräumt.

„Im Wesentlichen geht es nunmehr um die Frage, ob die Handlung in Notwehr erfolgte und ob der Angeklagte schuldfähig war“, erläutert Dute in seiner Mail.

Der nächste Verhandlungstermin ist für Montag, 18. Dezember, angesetzt. Dann wird das Verfahren um 14.30 Uhr mit der Befragung eines Gutachters fortgesetzt.

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