Als erste Frau in Osthessen: Karin Janßen ist seit August Polizeichefin

13. Oktober 2017
Hünfeld

Erstmals in der Geschichte wird eine osthessische Polizeistation von einer Frau geleitet: Karin Janßen (55) ist seit August neue Chefin der Polizei in Hünfeld. Unbekannt ist ihr die Haunestadt aber nicht: Bereits seit 2009 fühlt sich die Fuldaerin hier pudelwohl.

Die 55-Jährige ist so etwas wie eine Pionierin: Sie gehörte 1981 zu den ersten Frauen, die in den mittleren Dienst der Schutzpolizei eingestellt wurden.

Janßen erinnert sich schmunzelnd an diese Zeit an der damaligen Polizeischule in Wiesbaden, als es zwei Frauenklassen gab und die männlichen Kollegen etwa beim Marschierenüben neugierig die Köpfe aus den Fenstern reckten. Es habe etwas gedauert, bis die damalige Skepsis und die Vorbehalte gegenüber Frauen in der Schutzpolizei verflogen seien, sagt Janßen.

Ihr Handwerkszeug lernte Janßen unter anderem in Frankfurt, studierte dann an der Verwaltungshochschule der Polizei und wechselte später in verschiedene Dienststellen in Nord- und Osthessen. Doch die Fuldaerin wollte gern zurück in ihre Heimat: 1997 kam sie wieder nach Fulda, damals gab es noch die Polizeistation in der Sturmiusstraße. „Und dass auch Frauen bei der Polizei arbeiten, war dann auch so langsam in den Köpfen der Menschen angekommen“, sagt sie heute rückblickend.

Was sie an ihrem Beruf liebt, ist, „dass ich heute nicht weiß, was morgen auf mich zukommt“. Das mache die Spannung aus, findet sie, denn Polizisten würden schließlich mit allem Möglichem konfrontiert. Man müsse sich auch immer wieder verändern, „in neue Tätigkeitsfelder einarbeiten“, glaubt sie.

Daher wechselte sie 2009 zur Polizeistation nach Hünfeld – und wurde irgendwann Stellvertreterin von Gerhard Hohmann. Der bisherige Leiter hat sich im Sommer in den Ruhestand verabschiedet, Janßen wurde seine Nachfolgerin.

Diese Tatsache bezeichnet sie als „glückliche Entscheidung“. Sie unterstreicht: „Ich fühle mich in Hünfeld sehr wohl, die Atmosphäre ist familiär, hier stehen alle füreinander ein.“

In der Haunestadt ist sie nun Chefin von rund 30 Polizisten. Meist wird sie jetzt am Schreibtisch sitzen, die Organisationsaufgaben sind umfangreich und herausfordernd – insbesondere wenn sie mit der Personalplanung zu tun haben. Denn wenn jemand im Urlaub ist und ein Kollege plötzlich erkrankt, kann es schon mal knifflig werden. / sam

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