Zuhören, Abwägen: Bisher unbekanntes Miteinander prägt Wahlkampf in Burghaun

24. Februar 2016
Burghaun

Enger als in anderen Orten der Region steht die Kommunalwahl in Burghaun in Zusammenhang mit den Bürgermeisterwahlen des Jahres 2014.

Denn die Niederlage des SPD-Manns Alexander Hohmann gegen seinen CDU-Herausforderer Wolfgang Atzler und, nach dessen tragischem Tod, die Entscheidung der Wähler für den parteilosen Simon Sauerbier als Rathauschef haben auch das Arbeiten in der Gemeindevertretung verändert. Über längere Zeit hatte es immer wieder Situationen gegeben, in denen vor allem entlang der Grenze der Parteien und „Lager“, also CDU gegen SPD und FDP, abgestimmt, argumentiert und manchmal auch polemisiert worden war.

Sauerbiers Amtsantritt im April 2015 hat die Art und Weise verändert, wie man in der Gemeindevertretung miteinander umgeht. Zuhören, Abwägen und der Blick auf das Miteinander zählen derzeit bei allen Beteiligten offenbar mehr als der schnelle Applaus aus den eigenen Reihen.

Große Schuldenlast

Spätestens seit der Debatte über den Nachtragshaushalt 2015 dürfte allen Beteiligten klar sein, dass bei 18 Millionen Euro Schulden die von der SPD gerne verwandte Formulierung, Burghaun sei „finanziell nicht auf Rosen gebettet“, allzu weich klingt. Für die Burghauner Kommunalpolitiker heißt das, dass sie erst einmal auf Gedeih und Verderb dazu aufgerufen sind, zusammenzuarbeiten. Jetzt im Wahlkampf um des „Profils“ willen die konkurrierenden Parteien zu attackieren, wäre ein Signal, das am 6. März keinen Gewinn brächte – das wissen alle.

Gut, dass die Gemeindevertreter beim Miteinander nicht bei Null anfangen müssen: Im noch in Hohmanns Amtszeit entstandenen fraktionsübergreifenden Arbeitskreis für das Ausarbeiten der neuen Abwassergebühren haben sie gezeigt, dass sie gemeinsam etwas bewegen können. Daran wird die jetzt neu zu wählende Gemeindevertretung anknüpfen können – und müssen. / zi

Den gesamten Beitrag mit Grafiken sowie Stellungnahmen Burghauner Kommunalpolitiker finden Sie in der Donnerstagsausgabe der Hünfelder Zeitung und im E-Paper.