Buttersäure? Einsatz in Schenklengsfelder Schule – Kinder beklagen Atemwegsprobleme

15 feb 2017 / 16:08 H.
Schenklengsfeld

Kleine Ampulle, große Aufregung: An der Gesamtschule in Schenklengsfeld klagten Mittwochmorgen viele Schüler über Übelkeit und Atemwegsprobleme. Auslöser war eine Flüssigkeit, die im Treppenhaus verschmiert worden war. Der Vormittag endete in einem Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften. Sie vermuten allesamt, dass es sich um Buttersäure handelte.

Von unserem Redaktionsmitglied Markus Kubiak

Da werden sich die knapp 500 Schüler am morgigen Donnerstag viel zu erzählen haben: Eine übel riechende Flüssigkeit sorgte Mittwochvormittag in Schenklengsfeld für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Mitarbeitern des Roten Kreuzes. Im Treppenhaus der ansässigen Gesamtschule war kurz nach Unterrichtsbeginn eine Ampulle mit dem ekligen Sekret an die Wand geworfen worden. Das Gläschen zersprang, die Brühe fing an zu stinken.

Mitarbeiter der Schule versuchten, die Flüssigkeit selbst zu entfernen – erfolglos. Lüften half auch nicht. Im Treppenaufgang stank es bestialisch nach Erbrochenem. Mit der Zeit klagten mehr und mehr Schüler über Magenschmerzen, Übelkeit, und leichte Atemwegsreizungen. Nachdem er mit dem staatlichen Schulamt und dem örtlichen Gesundheitsamt gesprochen hatte, entschied Schulleiter Oskar Ruhl die Schule zu räumen und die Feuerwehr zu verständigen.

Die rückte gegen 10.40 Uhr mit einem Großaufgebot an. 43 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zählte die Pressestelle des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Selbst Landrat Dr. Michael Koch (CDU) kam kurzfristig in die 4500-Einwohner-Gemeinde. In der Turnhalle untersuchte ein Arzt die betroffenen Kinder und Jugendlichen. 27 von ihnen klagten über Beschwerden. Passiert ist weiter nichts: Alle blieben unverletzt, erklärten die Einsatzkräfte im Nachhinein. Drei Schüler wurden länger beobachtet, durften zur Mittagszeit aber ebenfalls heim. An Unterricht war in Schenklengsfeld dennoch nicht mehr zu denken. Die Schulleitung entschloss sich, den Unterricht abzubrechen.

Feuerwehr-Spezialisten

Die Feuerwehr prüfte derweil, um was für eine Flüssigkeit es sich handelte. Dazu rückte ein GABC-Zug der Bad Hersfelder Feuerwehr an. Die Kräfte sind darauf spezialisiert, chemische Gefahren zu erkennen. Unter Atemschutz betraten sie das Treppenhaus, reinigten die Wand.

Ob es nun Buttersäure war oder nicht, konnte am Mittwoch nicht endgültig geklärt werden. Jedoch vermuteten dies Feuerwehr, Polizei und Schulleiter Ruhl einhellig. Letzterer ist Chemielehrer, beruhigte: „Das ist zwar unangenehm aber nicht gesundheitsgefährdend.“ Dass die Einsatzkräfte gerufen wurden, sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen.

Auch wenn nichts passiert ist, ermittelt nun die Polizei wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. „Vermutlich hat sich eine Schülerin oder ein Schüler einen schlechten Scherz erlaubt“, schreibt die Polizei. Das schützt nicht vor der Strafe: Gefährliche Körperverletzung werde mit sechs bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit drei Monaten bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.

Schulleiter Ruhl will morgen eine Ansprache vor der Schulgemeinde halten, seine Zöglinge beruhigen. Dann, so hofft er, ist die große Aufregung wegen der kleinen Ampulle Geschichte.

Hinweise zu dem Vorfall nimmt die Polizei in Bad Hersfeld, Telefon: (06621) 93 20, oder die Onlinewache der hessischen Polizei entgegen.

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