Osterputz in Gefahr? Es fehlt an Handschuhen in Kindergrößen

21.03.2017
Eiterfeld/Fulda

Ein stattlicher Ring grüner Müllsäcke steht um den Stamm des Kastanienbaums auf dem Schulhof der Grundschule im Eitratal. Die Jungen und Mädchen aus Eiterfeld haben am Montag offiziell den 41. Osterputz im Landkreis Fulda eröffnet – und reichlich Beute gemacht.

1976 hatte alles mit der Initiative des damaligen Forstamtleiters von Fulda-Nord, Dr. Hennig Faust begonnen. Jetzt wird der Frühjahrsputz im Landkreis Fulda von den Mitgliedern der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) im Forstamt Fulda mit Amtsleiter David Nöllenheidt organisiert, wie der SDW-Kreisverband mitteilte.

„Die Umwelt rückt immer mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung, und die Hinterlassenschaften in der freien Flur harren den Beseitung“, heißt es einer SDW-Mitteilung. „Allzu sorglos ist man besonders in den 1950er und 1960er Jahren mit dem Müll der aufstrebenden Zivilgesellschaft umgegangen. Wilde Hausmülldeponien waren sichtbares Zeichen des mangelnden Umfangs mit der Natur.“

Osterputz in Gefahr? Es fehlt an Handschuhen in Kindergrößen

Unterstützt vom Landkreis Fulda, allen Kommunen, der Forstverwaltung, den vielen Vereinen und Tausenden von Schulkindern werde seitdem die Natur von den Schmutzfessern befreit. Zunächst seien sogar großformatige Unweltsünden (wie Autowracks, Haushaltsgeräte und landwirtschaftliche Geräte) in Feld und Wald beseitigt worden. „Hierbei waren unsere amerikanischen Freunde und das Überlandwerk Fulda mit großem technischen Gerät und aktiver Soldatenkraft unentbehrlich“, schreibt die Fuldaer Schutzgemeinschaft.

Von Beginn an sei der Osterputz von der Sparkassen in erheblichem Maß finanziell unterstützt, und seit vielen Jahren schütze die Fima KCL Kächele Cama Latex aus Eichenzell die Helfer mit einer jährlichen Handschuh-Spende vor Krankheiten und Verletzungen. „Leider konnten 2017 nur 2800 Paar zur Verfügung gestellt werden“, heißt es weiter. „Es fehlen vor allem Kindergrößen.“

Sollte diese Spende ausfallen, werde das vorbildliche Engagement der Schüler dann nicht mehr in Anspruch genommen werden. Nach 40 Jahren wurde die Teilnehmeranzahl von 180.000 überschritten, die gesammelte Müllmenge summierte sich auf 15.000 Kubikmeter. „Eigentlich müsste die Osterputzaktion überflüssig werden, wenn alle dem guten Beispiel „Nimm den Abfall mit“ folgen würden.“

Osterputz in Gefahr? Es fehlt an Handschuhen in Kindergrößen

„Leider ist dem nicht so, aber die Wegwerfmentalität der Bevölkerung hat sich gewandelt. Die Einführung des Dosenpfandes 2004 führte zum merklichen Rückgang der achtlos weggeworfenen Müllmenge. Das Sammelergebnis hat sich mit 150 Kubikmeter halbiert.“

Es beteiligten sich rund 4300 Helfer aus Schulen, Feuerwehr, Sportvereinen, dem Rhönklub und andere, an der Aufgabe, unsere Landschaft zwischen Rhön und Vogelsberg wieder im neuen Glanz erblühen zu lassen, teilte die SDW Fulda mit. „Das Engagement umfasst etwa 20.000 Arbeitsstunden, die kostenlos erbracht wurden.“ Die Osterputzaktion der SDW habe Nachahmer in der ganzen Republik gefunden.

Lesen Sie am Dienstag in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer und der Hünfelder Zeitung sowie im E-Paper viel mehr zum Start der 41. Osterputzaktion an der Eiterfeld Grundschule im Eitratal. / zi, sar

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