Fahrfehler mit dramatischen Folgen: 29-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt

06. Dezember 2017
Hünfeld

45 Tagessätze zu je 45 Euro wegen fahrlässiger Körperverletzung für den heute 29-jährigen Angeklagten: Damit ist die strafrechtliche Aufarbeitung der Kollision, die sich Ende September 2016 zwischen Setzelbach und Haselstein ereignet hatte, abgeschlossen. An den Folgen der sehr schweren Verletzungen, die sie sich bei dem Unfall zuzogen, leiden sowohl das Unfallopfer als auch der Angeklagte bis heute.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Der 29-Jährige, ein in Dorndorf lebender Ingenieur, war an diesem Morgen am Weg zu seiner Arbeitsstelle im Raum Fulda gewesen. Gegen 8.50 Uhr lenkte er seinen 525er BMW auf die linke Spur, um ein vor ihm fahrendes Wohnmobil zu überholen. Er bemerkte er den entgegenkommenden Renault Clio zu spät, mit dem eine junge Frau aus einem Geisaer Ortsteil aus Richtung Haselstein kam. Trotz einer Vollbremsung stießen die Fahrzeuge frontal zusammen.

So muss es gewesen sein – darauf deuten die Zeugenaussage des Wohnmobilfahrers, die Spuren der Vollbremsung, die Beobachtungen der Polizisten, die den Unfall aufnahmen und das Gutachten, das der Sachverständige, Dipl-Ing. Matthias Engel aus Bad Salzungen, vorlegte, hin. Die Unfallbeteiligten selbst konnten kaum konkrete Aussagen machen.

Frontalcrash bei Haselstein: Überholmanöver geht schief

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos sind zwei Personen schwer verletzt worden. Der Unfall ereignete sich am Freitagmorgen gegen kurz vor 9 Uhr auf der K124 zwischen dem Rasdorfer Ortsteil Setzelbach und Haselstein (Gemeinde Nüsttal).

„Ich habe nur noch Erinnerungen an die Abfahrt zu Hause – der Rest ist wie gelöscht“, gab der Angeklagte zu Protokoll, der von Rechtsanwalt Gerhard G. Schüler (Hünfeld) verteidigt wurde. Der 29-Jährige musste seine Aussage öfters unterbrechen, weil er mit den Tränen kämpfte.

Beide Unfallbeteiligte erlitten sehr schwere Verletzungen, unter anderem Lungenquetschungen und mehrfache Knochenbrüche im Brust-, Bein- und Beckenbereich. Der 29-Jährige wurde in seinem BMW eingeklemmt und auch am Kopf verletzt. Die Polizeibeamten am Unfallort fürchteten um sein Leben.

Sowohl die Aussage des Wohnmobilfahrers als auch die Erkenntnisse von Gutachter Engel machten deutlich, dass dem Unfall offenbar kein Drängeln vorausgegangen war und dass auch der BMW technisch in Ordnung war.

Richterin Anna-Lena Schwarz sprach den 29-Jährigen der fahrlässigen Körperverletzung schuldig und verurteile ihn zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 45 Euro. Den Tatbestand der Rücksichtslosigkeit sah sie nicht als gegeben.