FZ-Forum zum Thema Windkraftanlagen auf der Rotlöwenkuppe

25. Februar 2014
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hünfeld

Ob die sieben Windkraftanlagen auf der Rotlöwenkuppe zwischen Traisbach und Dammersbach errichtet werden, steht noch nicht fest. Eine abschließende Entscheidung ist erst im Herbst zu erwarten, wenn alle Prüfungen abgeschlossen sind.

Das war die Kernaussage von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (CDU) beim FZ-Windkraft-Forum. Egal wie die Entscheidung des Regierungspräsidiums (RP) ausfällt, rechnet er mit einer Klage – entweder von der Betreiberfirma oder von der Bürgerinitiative. "Deshalb müssen wir ganz korrekt beim Genehmigungsverfahren arbeiten", sagte er. Über das Thema diskutierten gestern Abend vor 350 Besuchern in der Hünfelder Stadthalle neben Lübcke Landrat Bernd Woide, der Hünfelder Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel (beide CDU) und die Sprecher der Bürgerinitiativen (BI) aus Dammersbach, Siegfried Bug, und Traisbach, Jörg Clar. Volker Nies moderierte das Forum.

"Es ist ein Thema, das Wirbel verursacht", hatte der stellvertretende Chefredakteur unserer Zeitung, Thomas Schafranek, bei seiner Begrüßung gesagt. Und die Diskussion, die fair verlief, sollte ihm recht geben. Dietrich Vahle, Dezernatsleiter Umwelt im RP konnte die betroffenen Bürger erst mal beruhigen. Die eingereichten Unterlagen der Firma Abo-Wind, die die Windräder bauen will, hätten nicht den Standards entsprochen. Es bestehe noch Klärungsbedarf. Es werde also nicht zu Baumfällungen in den nächsten Tagen kommen. "Das Ergebnis der Prüfung ist völlig offen. Wir müssen uns an Gesetz und Ordnung halten", versicherte Lübcke.

Landrat Woide hätte sich für den gesamten Landkreis ein einheitliches Verfahren mit abgesprochenen Standorten gewünscht. In Hofbieber-Traisbach sei dies nicht der Fall, dort handelt es sich um ein sogenanntes BImSchG-Verfahren. Die Genehmigung erfolgt nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz und nicht durch den Regionalplan. Dass Hofbieber seinen eigenen Weg gegangen ist, sei legitim, aber problematisch. "Ich hätte es im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit aber nicht getan", sagte Woide.

Jörg Clar von der BI Traisbach stellte fest, dass die Traisbacher von Anfang an nicht richtig informiert worden seien. Er kritisierte in diesem Zusammenhang den ehemaligen Bürgermeister Markus Schafft (CDU). Er habe den Ort systematisch gespalten, weil es in Traisbach einige Bürger gebe, die Pächter des Gemeindewaldes sind, auf dem die Windräder gebaut werden sollen und mitverdienen würden.

Eberhard Fennel sagte, er habe erst aus unserer Zeitung erfahren, dass in Traisbach nach dem BImSchG-Verfahren entschieden werde. Er gab sich kämpferisch: "Ich bin überzeugt, dass wir durch Fakten, die wir an das Regierungspräsidium weitergeben, gute Aussichten haben, noch etwas ändern zu können. Wenn dort oben sieben Windanlagen gebaut würden, bedeute dies, dass man die Natur mit Füßen tritt." Als Beispiel nannte er den Schwarzstorch, der in der Nähe der geplanten Windräder einen Standort habe. Fennel will auch in seinem Ruhestand die BI Dammersbach unterstützen.

Deren Sprecher Siegfried Bug sagte, dass er am meisten befürchtet habe, dass es schon in den nächsten Tagen mit der Rodung losgeht. "Jetzt müssen wir Fakten sammeln." Er sieht das kleine Dammersbach eingekreist von Windrädern. Denn nach den ersten Planungen sollten nicht nur auf der Rotlöwenkuppe, sondern auch auf der benachbarten Roßkuppe Windmühlen gebaut werden.

Eine Bilderstrecke vom Abend finden Sie hier.

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