Gruppe aus Wehrda betreut vierköpfige kurdische Flüchtlingsfamilie

26. November 2015
Wehrda

Seit Anfang Oktober betreuen Menschen im Haunetaler Ortsteil Wehrda eine vierköpfige Familie. Die Eltern waren mit ihrer fünf Jahre alten Tochter aus der Stadt Al-Malikiya im Nordostzipfel Syriens geflohen.

Dass sie ausgerechnet nach Wehrda kamen, liegt an der Initiative einer Gruppe im Dorf. Die wusste um ein leerstehende Haus – und um die Not der Flüchtlinge. Daher erkundigte sich die Gruppe, ob das Haus Herberge für Flüchtlinge sein könne.

Nach dem Ja aus dem Landratsamt in Bad Hersfeld ging es ans Renovieren, berichtet Steffen Blum, evangelischer Pfarrer des Dorfs. Seit dem fünften Oktober leben die kurdischen Flüchtlinge da – mit ihrem kleinen Sohn, der erst im Gießener Flüchtlingsaufnahmelager zur Welt kam. Blum unterstreicht, der Terror von Paris lasse es die Menschen in Deutschland ahnen, was es bedeute, in permanenter Angst vor Gewalt und Tod zu leben.

Deutschunterricht und Kindergarten

Nach und nach kehrt Alltag in das Leben der Wehrdaer Flüchtlinge ein, auch wenn ihr Asylverfahren noch nicht eröffnet wurde. Menschen aus dem Helferteam geben den Erwachsenen Deutschunterricht, die Tochter besucht den Kindergarten. Und nach und nach weicht die Angst.

Mit den Flüchtlingen seien auch die Fragen nach Möglichkeiten zu helfen gekommen, berichtet Blum. Für Spender hat seine Kirchengemeinde einen Fonds eingerichtet – getrennt von den laufenden Aktionen zur Kirchenrenovierung. Überhaupt sei das Projekt so angelegt, dass niemand daran verdiene: „Von der Miete gehen nur die Nebenkosten an den Vermieter – der Rest wandert in den Spendenpool.“ Blum betont, der Wehrdaer Kreis stehe allen, die Ähnliches anpacken wollen, für Tipps und Informationen zur Verfügung. / zi

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