Hegering blickt auf Jahr zurück: Viele tote Rehkitze

Auch die vielen toten Rehkitze waren Thema bei Hegeringversammlung

15. April 2014
Rasdorf

Es sei schade, ja sogar bedauerlich, dass Hasen und Rebhühner auch im Jagdjahr 2013/2014 noch weiter dezimiert wurden, stellte Christoph Pralle, Leiter des Hegerings Rasdorf, während der Jahreshauptversammlung fest.

Auch die Streckenliste für das Rehwild spiegele dies für das abgelaufene Jagdjahr teilweise wieder, hieß es während der Versammlung des Hegerings, einem Zusammenschluss von Jägern, Forstbehörde und Jagdgenossenschaften.


Christoph Pralle erklärte im Rasdorfer Gasthof Zum Adler: "Hier sind Forst und Jagdgenossenschaften, aber auch Gemeinden gefragt. Denn wenn die Besatzzahlen des Niederwildes sich in Zukunft so weiterentwickeln, wird sich mancher Jagdpächter die Frage stellen, ob er zu den jetzigen Bedingungen sein Revier wieder pachtet."


In diese Ausführungen bezog der Hegeringleiter auch Beschwerden aus verschiedenen Revieren mit ein, wo über vermehrten Holzeinschlag und das rigorose Beschneiden und Entfernen von Hecken an Feld- und Wegrändern geklagt worden sei.


Ein altes Thema, so Christoph Pralle, sei die durch die bald wieder anstehende Mahd häufig ums Leben kommenden Rehkitze – und dass diesbezüglich keine oder nur eine sporadische Absprache zwischen Landwirten und Jägern zustande komme.

Außer Reh- und Schwarzwild, das in den Revieren auf einem guten Stand gehalten werden müsse, sei fast nichts mehr zu erlegen, bedauerten die Jäger, die ihrem Auftrag nach Biotoppflege durch Wildregulierung nachkommen müssen. Falls die afrikanische Schweinepest in Schwarzwildbeständen um sich greife und diese auf ein Zehntel des jetzigen Bestandes dezimiere, sehe es allgemein schlecht um die Jagd aus, resümierte Christoph Pralle. Deshalb sollten Jäger und Landwirte sämtliche aufgefundenen Schwarzkittel melden, so sein dringender Aufruf an alle. Erlegten Sauen seien Blutproben zu entnehmen.


Die Fläche der Hegegemeinschaft Rasdorf beläuft sich laut Angaben des Hegeringleiters auf 6220 Hektar, Wildschäden bezifferte er auf 4400 Euro (im Vorjahr waren das 4310 Euro). Außerdem verwies der Vorsitzende auf die revierübergreifenden Jagden und Jägerstammtische zum allgemeinen Austausch über Erfahrungen und Ziele.


Rehwildbeauftragter Albrecht Förster bat die Landwirte, ihre Wiesen von innen nach außen zu mähen, um den Rehwildkitzen die Möglichkeit der Flucht "vor dem sicheren Tod" zu ermöglichen. Forstdirektor Dr. Helmut Aszmutat, Leiter des Forstamtes Burghaun, bezeichnete den erfolgten Rehwildabschuss mit 105 von möglichen 130 Prozent im gesamten Forstamtsbereich als zufriedenstellend. Den Rehwildbestand auf einem bestimmten Level hinsichtlich des Wildverbisses zu halten, sei ein wesentliches Ziel im Staatsforst.


Ausführlich mit der Population von Schwarzwild und dessen Bejagung befasste sich Kreisjagdberater Jürgen Manns während der Versammlung. In guten Mastjahren würden leider zu wenige Schwarzkittel erlegt, stellte er fest. Er appellierte an die Jägerschaft, ihrer Pflicht in der Bejagung nachzukommen.


Außerdem bewertete Manns die vorgestellten Rehwildgehörne, die ein Bioindikator der Reviere und auch der Lebensbedingungen für das Wild in diesen darstellten. Er bezeichnete die Trophäen insgesamt als ein Spiegelbild für die Revierpflege. Anhand der vorgestellten Gehörne bewertete der Kreisjagdberater die Reviere als im waidmännischen Sinne ordentlich geführt. Dem Auftrag an die Jägerschaft eines zu erfolgenden Rehwildabschusses sei entsprochen worden. / bh

Hegemedaillen:

Gold ging an Christoph Priller (Staatlicher Eigenjagdbezirk Kirschberg bei Rasdorf), Silber an Martin Müller (Revier Rossbach), und Bronze ging an Thorsten Steiner (Revier Kirchhasel).
Für Keilerwaffen erhielt Ferdinand Budenz (Rasdorf) die goldene Medaille.
Ein besonderes Waidmannsheil erlebte Michael Pingnitzer, der im Revier Haselstein einen Hirsch erlegte.