Hitlergruß gezeigt: 16-Jähriger kommt noch mal glimpflich davon

Jugendlicher muss sich mit NS-Zeit befassen

31. Oktober 2013
Hünfeld

Dummer Jungenstreich oder antisemitische Gesinnung? Vor dem Hünfelder Amtsgericht musste sich ein Jugendlicher wegen einer verbotenen Geste verantworten.

Weil er während eines Konzertes den Hitlergruss gezeigt hatte, musste sich ein 16-Jähriger aus dem Gerichtsbezirk Hünfeld vor dem Amtsgericht verantworten. Der Jugendliche hatte Anfang des Jahres in der Wandelhalle in Bad Salzschlirf die Hand zum nationalsozialistischen Gruss erhoben, als dort ein ausländischer Künstler ein Klavierkonzert gab.

Richter Szymon Mazur ging bei der Tat des 16-Jährigen nicht von einem rechtsradikalen Hintergrund aus, weil der junge Mann bislang noch nicht im rechten Millieu auffällig geworden ist. Auch der Künstler, der vor Gericht aussagte, bewertete die Geste des Jugendlichen lediglich als "dummen Jungenstreich, der provozieren sollte". Bei der Tat, so seine Überzeugung, habe es sich nicht um eine ernstgemeinte rassistische Verfehlung gehandelt.

Aus diesen Gründen fiel die "Strafe" relativ gering aus. Richter Szymon Mazur machte dem jungen Mann zur Auflage, die Anne-Frank-Ausstellung in Frankfurt zu besuchen und sich mit dem Thema Nationalsozialismus kritisch auseinander zu setzen. chh

Aus dem

Gericht