Kinder hatten mit Streichhölzern gespielt: Als vor 120 Jahren halb Körnbach brannte

12. Oktober 2017
Eiterfeld

Vor 120 Jahren, im Oktober 1897, loderte das Feuer in halb Körnbach. Die Flammen breiteten sich schnell aus. Zu den Umständen der Katastrophe und zum Wiederaufbau hat der ehemalige Schulleiter der Eiterfelder Grundschule, Hartmut Dönch, nun in alten Chroniken geforscht.

Die Ernte ist im Herbst 1897 schon eingefahren, die Scheunen sind voller Heu und Stroh. Die Höfe liegen dicht beieinander. Von Brandschutz kann keine Rede sein. Die Dächer der Gebäude sind mit unregelmäßig geformten Ton-Wellziegeln gedeckt, und damit die Dächer wind- und schneedicht werden, sind direkt unter den Ziegeln Strohdocken angebracht, die die Lücken abdichten.

Kein Wunder, dass die Feuerfunken ihren Weg schnell zu den Strohdocken finden: Innerhalb kürzester Zeit brennen die Dächer lichterloh. Der Großbrand, verursacht durch zwei kleine Kinder, die mit Streichhölzern spielten, beschäftigt die Einwohner von Körnbach noch heute.

Auch Hartmut Dönch hat besonders in den Schulchroniken von Körnbach und Leimbach gelesen, und kann nun umfassend über die Tragödie berichten. Sechs Bauernhöfe, zwei Scheunen, ein Stall und ein Teil eines Wohnhauses brannten demnach komplett ab – das sei fast das gesamte Oberdorf gewesen.

„Eine Feuerwehr samt Hydrantensystem wie heute gab es nicht“, berichtet Dönch. „Wahrscheinlich musste das Feuer mit einer Handspritze bekämpft werden, deren Wassertank sicher über eine Eimerkette von den Körnbacher Brunnen bis zur Spritze befüllt wurde.“ Die Löschversuche gingen dadurch eher schleppend voran und haben die Zerstörung nicht verhindern können.

Was wahrscheinlich bei den Helfer am Brandtag Priorität hatte, wie viele Personen von dem Feuer betroffen waren, welches Material beim Neuaufbau verbaut wurde und bis wann die neuen Wohnhäuser noch leicht erkennen konnte und vieles mehr, lesen Sie am Donnerstag in einem ausführlicheren Bericht zum Thema in der gedruckten Ausgabe der Hünfelder Zeitung sowie im E-Paper. / jh, sam