Konrad-Zuse-Schulleiter Gerhard Herget geht Ende Januar in Ruhestand

23. Januar 2015
Hünfeld

Lange ist es nicht mehr bis zum Ruhestand, am kommenden Donnerstag wird er offiziell verabschiedet. Doch Gerhard Herget (65) denkt nicht daran, die Kisten schon jetzt zu packen. Seine letzten Tage als Leiter der Hünfelder Konrad-Zuse-Schule sind noch mal ordentlich vollgepackt mit Terminen. In solchen intensiven Zeiten ist der Pädagoge aus Fulda in seinem Element.

Als Gerhard Herget 2009 Leiter der Konrad-Zuse-Schule wurde, war in Hessen für fünf Schulen gerade ein Modellprojekt gestartet, um Berufsschulen fit für das Berufliche Gymnasium mit dem Schwerpunkt Pädagogik zu machen. Herget wollte dabei mitmachen, unbedingt. Er hat gekämpft und wurde in Wiesbaden vorstellig, er holte sich die Unterstützung vom Schulamt in Fulda und der Stadt Hünfeld.

„Es war eine knappe Geschichte, aber es hat geklappt", erinnert er sich. Gerhard Herget ist einer, der für Erfolge kämpft, auch wenn die Ziele scheinbar in weiter Ferne liegen. Und Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Seit diesem Schuljahr können Schüler an der Berufsschule das Abitur erwerben. Jetzt steht sein Abschied bevor, und Herget blickt zufrieden zurück: „Wir können stolz darauf sein, was wir alles erreicht haben."

Nach seinem Referendariat an der Bergiusschule in Frankfurt am Main war Herget 1978 an die Ferdinand-Braun-Schule in Fulda gewechselt. 2001 wurde er stellvertretender Schulleiter, bevor er seine Karriere 2008 am Schulamt in Fulda als Leitender Schulamtsdirektor fortsetzte. Ab 2008 war er Ministerialrat für berufliche Schulen im Kultusministerium in Wiesbaden. Dann kam die Konrad-Zuse-Schule: "Das war die Krönung einer erfolgreichen Laufbahn."

1500 Schüler besuchen die Einrichtung, davon 1000 in Vollzeit. „Die Schülerzahlen explodieren in vielen Bereichen", sagt Herget. Die Nachfrage für das Berufliche Gymnasium etwa übersteige bei Weitem die Zahl von 60 Plätzen.

Einzig die Zahlen der klassischen Azubis, also derjenigen, die die Schule nur ein- oder zweimal in der Woche besuchen, bereiten ihm Sorge. „Der demografische Wandel schlägt zu Buche", erklärt der Schulleiter. Im Einzugsbereich, der den Altkreis Hünfeld umfasst, gebe es zu wenige Auszubildende. „Deshalb müssen wir den Schulamtsbezirk auf den Prüfstand stellen und Zuständigkeiten der Schulen verändern." / sam

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