Nach der Schule geht’s zum Dreh: Amelie Marshall spielt in der ARD-Fernsehserie „Familie Dr. Kleist“ mit

18. Mai 2017
Ausbach

Wer das Vorabendprogramm der ARD einschaltet, entdeckt vielleicht Amelie Marshall auf dem Bildschirm. Die 13-jährige talentierte Nachwuchsschauspielerin kommt aus Hohenroda-Ausbach.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Amelie Marshall ist 13 Jahre alt, lebt mit ihrer Familie im Hohenrodaer Ortsteil Ausbach und besucht die siebte Klasse im Gymnasialzweig der Gesamtschule Schenklengsfeld. Zu ihren Hobbys zählen Reiten, Fotografieren und ihre Tiere. Soweit nicht ungewöhnlich für einen Teenager. Wer das Vorabendprogramm der ARD einschaltet, kann die 13-Jährige mit etwas Glück in der Serie „Familie Dr. Kleist“ auf dem Bildschirm entdecken.

Aktuell laufen in Eisenach die Dreharbeiten für neue Episoden. Begonnen habe alles mit einer Anzeige, in der die Produktionsfirma Polyphon Kleindarsteller suchte, erzählt Amelies Mutter Melanie. Die Schülerin bewarb sich und wurde wenige Tage später zum Casting ins Eisenacher Steigenberger-Hotel eingeladen. „Ich sollte mich vor der Kamera vorstellen und eine Beispiel-Szene durchspielen“, erinnert sie sich. „Wir dachten eigentlich, dass wir danach nie wieder etwas hören“, erzählt Melanie Marshall.

Doch die Nachwuchsschauspielerin hatte offenbar überzeugt und erhielt eine weitere Casting-Einladung. Seit der letzten Staffel der Serie, in der die Geschichte der fiktiven Eisenacher Ärztefamilie Kleist erzählt wird, spielt sie „Nina“, die Freundin des jüngsten Kleist-Sohns Paul (Julian König). Gedreht wird in einem Produktionsgebäude in Eisenach und an verschiedenen Schauplätzen der Wartburgstadt. Das Klischee, dass am Filmset ein rauer Ton herrsche, können Mutter und Tochter nicht bestätigen: „Das ganze Team hat nie schlechte Laune und ist immer sehr freundlich“, berichten beide. Auch bei den Schauspielern um Hauptdarsteller Francis Fulton-Smith sei von Starallüren nichts zu spüren.

Ein eigener Kinder-Coach kümmere sich um die minderjährigen Akteure. Zu den Drehtagen fährt die 13-Jährige nach der Schule meist gemeinsam mit ihrer Mutter. Ihre Rolle probt Amelie Marshall am Vortag per Videostream mit ihrem Kinder-Coach. Die Vorbereitung falle nicht schwer, betont sie: „Meine Rolle hat nicht so viel Text, es geht mehr um Mimik und Gestik“. Die neuen Erfahrungen und die Begegnung mit Prominenten – das macht für die 13-Jährige den besonderen Reiz aus. Reich werde sie vom Taschengeld für ihre Rolle hingegen nicht.

In ihrem Heimatort wird die 13-Jährige mittlerweile häufiger auf ihre Fernsehauftritte angesprochen. Auch die Mitschülerinnen melden sich prompt per Textnachricht, wenn wieder eine Szene mit der Nachwuchsschauspielerin über den Bildschirm flimmert. Über weitere Rollenangebote würde sich Amelie Marshall freuen: „Schauspielern macht Spaß“, betont sie freudestrahlend. Da wundert es nicht, dass sie Schauspielerin – oder Tierärztin – als Berufswunsch nennt. Das nötige Talent liegt vielleicht sogar in den Genen – zählt doch kein geringerer als US-Filmstar Bruce Willis zur entfernten Verwandtschaft: „Seine Mutter ist die Cousine von meiner Oma“, erklärt Melanie Marshall.