Nach Messerstecherei in Flüchtlingsunterkunft: 18-Jähriger zu vier Jahren und neun Monaten verurteilt

28. Dezember 2017
Hünfeld/Fulda

Zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und neun Monaten ist am Donnerstagnachmittag ein 18-Jähriger vor der Jugendkammer des Landgerichts Fulda verurteilt worden. Wegen tödlicher Messerstiche in der Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Hünfeld musste sich der Angeklagte vor Gericht verantworten.

Aufgrund der Beweisaufnahme sowie durch die überwiegend geständigen Angaben des Angeklagten, stand zur Überzeugung der Kammer fest, dass der Angeklagte das Opfer am 4. Juli dieses Jahres in der Unterkunft zur Rede stellen wollte. Im März hatte es nämlich einen Übergriff auf den 18-jährigen Angeklagten gegeben. Als er ihn daraufhin zur Rede stellen wollte, führte der 18-Jährige ein Messer mit sich.

Als gleichaltrige Landsmann dem Angeklagten das Messer entwinden wollte, stach der Angeklagte aus Angst zu. Er fürchtete, dass der andere junge Mann ihn angreifen könnte, wenn das Messer in seinen Besitz gelange. Einer der Stiche drang bis in eine Herzkammer vor, was letztendlich zum Herzstillstand führte.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten beantragt, die Verteidigung hatte ausgehend von Schuldunfähigkeit sowie Notwehr Freispruch beantragt. Der Richter verurteilte den 18-Jährigen schließlich zu vier Jahren und neun Monaten Jugendstrafe. / lai

18-Jähriger Afghane sticht Landsmann nieder: Gerichtsprozess in Hünfeld hat begonnen

Vor dem Landgericht Fulda wird derzeit gegen den 18-Jährigen Flüchtling aus Afghanistan verhandelt, der am Abend des 6. Juli in Hünfeld einen gleichaltrigen Landsmann erstochen hat.