Nein zu sexueller Gewalt: Puppenspiel “Ich will das nicht” besucht Christian-Andersen-Schule in Hünfeld

30. Juni 2016
HÜNFELD

Wenn Grenzen überschritten sind, führt das zu einem flauen Bauchgefühl. Das zeigte Puppenspieler Andreas Wahler gestern den Christian-Andersen-Schülern. Sein Stück „Ich will das nicht“ greift das Thema sexuelle Gewalt auf – und soll die Grundschulkinder ermutigen, „Nein!“ zu sagen.

Von unserem Redaktionsmitglied Ricarda Dieckmann

Tapsi ist verängstigt. Ein Gespenst hat das Katzenkind in der Nacht heimgesucht. Das wollen ihr Bruder und Mutter aber nicht glauben. Immerhin: Kater Jacky, einem Freund der Familie, scheinen Tapis Sorgen nicht egal zu sein. Er hat sogar eine Lösung parat. Mit einem Zauber will der Kater das Gespenst fernhalte. „Du musst aber erst die Zauberkräfte aktivieren. Streichel mir mal den Bauch“, fordert er Tapsi auf. Verunsichert folgt sie der Bitte. Hauptsache, der Geist lässt sich nicht wieder blicken! „Das ist aber unser Geheimnis, sonst wirkt der Zauber nicht“, schärft Jacky ihr ein.

In seinem Puppenspiel „Ich will das nicht“, das er gestern vor Kindern der Christian-Andersen-Schule präsentierte, zeigt Andreas Wahler, wie schnell persönliche Grenzen überschritten sind – und wie wichtig es ist, das zu erkennen. Tapsi begreift, dass es zwei Arten von Geheimnissen gibt. Schöne Geheimnisse, etwa wenn man der Mama etwas gebastelt hat, ihr das aber noch nicht zeigen mag. Und es gibt Bauchweh-Geheimnisse wie Tapsis, die belasten und besprochen werden sollten.

Puppenspiel

Sexuelle Gewalt ist ein sensibles Thema

Sexuelle Gewalt ist ein sensibles Thema, vor allem, wenn es vor Grundschulkindern angesprochen wird. Immer wieder hat der 66-Jährige das Stück vorgespielt und um Rückmeldungen gebeten, unter anderem von Vertretern der Schulpsychologie des Staatliches Schulamtes für den Landkreis Fulda. Doch warum ausgerechnet Katzen? „Katzen sind Sympathieträger“, erläutert Wahler. „Und sie haben ihren eigenen Kopf: Wenn sie nicht wollen, lassen sie sich nicht streicheln.“

Bei den Kindern der Christian-Andersen-Schule kam das Stück gut an. Nach der letzten Szene gab es eine Diskussion, in der die Mädchen und Jungen überlegten, wie sie reagieren können, sollten sie sich bedrängt fühlen. Das Repertoire an Ausdrücken, die ihnen einfielen war groß. Es reichte von einem bestimmten „Hör auf!“ über „Stop“ bis hin zu einem Ruf nach Hilfe.

Puppenspiel

Hintergrund: Wahlers Puppenspiel ist zentraler Teil des mehrtägigen Präventionsprojektes „Ich will das nicht“, an der Christian-Andersen-Schule. Es erfolgt in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen, Donum Vitae, ProFamilia, dem Polizeipräsidium Osthessen und der Schulpsychologie des Staatlichen Schulamtes Fulda. Michaela Hering vom Lions Club Hünfeld überreichte dem Schulleiter Michael Elflein dafür eine Spende über 500 Euro.

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