Neue Alternativtrassen für SuedLink – Hünfeld: „Erhebliche Raumwiderstände“

06. Dezember 2017
Hünfeld

Die Bundesnetzagentur hat neue Untersuchungskorridore als Alternativtrassen für SuedLink im Bereich Hünfeld vorgelegt. Doch auch diese treffen auf erhebliche Raumwiderstände, teilte Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU) im Haupt- und Finanzausschuss mit.

Die Vorzugsvariante verlaufe weiterhin durch Thüringen. Alternativ seien allerdings Trassenkorridore vorgelegt worden, von denen zwei massiv auch das Stadtgebiet beträfen. Gegenüber den bisherigen Alternativtrassen seien die Planungen zwar korrigiert und die Untersuchungsräume vergrößert worden, dennoch befinden sich innerhalb dieser Korridore so viele Raumwiderstände, dass aus Sicht des Magistrats der Bau dieser Stromtrassen durch Hünfeld auch aus fachlicher Sicht nicht möglich sei.

Schwenk warnt erneut vor einer Überbündelung. Schon heute sei das Stadtgebiet durch Bahnstromtrasse, Schnellbahntrasse, Autobahn, Bundesstraßen, Bundesbahntrasse, zwei Gasleitungen, die Salzlaugeleitung und die bereits vorhandene TenneT-Fernstromleitung erheblich belastet. Das schränke Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt ein und führe zu Belastungen der Bürger. Hinzu kämen die Planungen des Regierungspräsidiums in Bezug auf Windkraft in Dammersbach und im Buchfinkenland.

Bürgerdialog Stromnetz veranstaltet Bürgersprechstunde zu Stromnetzausbau und Landwirtschaft

Einige der geplanten neuen Höchstspannungsleitungen in Deutschland sollen ganz oder teilweise als Erdkabel verlegt werden. Dies wirft Fragen zu den Auswirkungen auf Böden und die nachfolgende landwirtschaftliche Nutzung der benötigten Flächen auf. Diese Themen stehen daher am Mittwoch, 18. Oktober, im Mittelpunkt einer Sprechstunde des Bürgerdialog Stromnetz in Hünfeld.

Der westliche Trassenkorridor verläuft zwischen Betzenrod und Steinbach, über Burghaun, Hünhan, durch die Haunewiesen, vorbei an Sargenzell und Rückers über die Roßkuppe und Almendorf nach Petersberg. Auf den zunächst ins Auge gefassten Abschnitt zwischen Nüst und Mackenzell wollen die Planer künftig verzichten. Der östliche Trassenkorridor verläuft östlich von Malges und Kirchhasel durch die Gemarkung von Großenbach, über Molzbach, Mackenzell, Silges, Rimmels nach Allmus und Fulda.

Für die geplante Erdverkabelung des SuedLink werde eine Trasse von rund 40 Meter Breite gebraucht, in der der Boden abgetragen, ausgebaggert und Leitungen verlegt werden müssten. Dort wo die Trasse auf Wald treffe, müsse dieser großflächig gerodet werden, da zwar eine landwirtschaftliche Nutzung weiterhin möglich sei, aber der Bereich dauerhaft von Wald freigehalten werden müsse.

Eine solche massive Durchschneidung großer zusammenhängender Waldgebiete sei mit Rücksicht auf die wertvolle Kulturlandschaft und den Naturschutz nicht zu verantworten. Bei all diesen Planungen müsse „endlich auch zur Kenntnis genommen werden“, betont der Bürgermeister, „dass es hier auch um den Schutz von Menschen geht“. / sam