Rampen sind zu steil: Planung der Hünfelder Rathaustreppen wird geändert

15. Dezember 2015
Hünfeld

Die steilen Rampen der neu gestalteten Rathaustreppe in Hünfeld haben im Sommer für Aufregung gesorgt. Nun sollen im oberen Teil der Treppe die Planungen verändert werden, damit auch Rollstuhlfahrer den Eingangsbereich des ehemaligen Hotels Engel gut erreichen können.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Es ist eigentlich kurios: Zwar ist im Plan für die Rathaustreppe die barrierefreie Ausgestaltung des Eingangsbereichs vom Hotel Engel vorgesehen. Doch von Kaiser- oder Gartenstraße dorthin zu gelangen, ist für Rollstuhlfahrer nach den derzeitigen Plänen schlicht nicht möglich. Die Steigung der Rampen liegt laut Plan bei circa 39 Prozent.

Jetzt gibt es aber eine Planänderung. Bisher waren an der Stelle rechts und links der Treppe drei Rampen vorgesehen. Auf der einen Seite sollen diese nun durch zwei längere Rampen ersetzt werden. Das erregte im jüngsten Bauausschuss aber vor allem beim FDP-Fraktionsvorsitzenden Dieter Steinacker Unmut: „Warum hat man das denn nicht vorher schon so geplant?

Rampen „eine optische Variante

Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU) verwies darauf, dass der Bauausschuss die Planungen Ende 2012 nach ausführlicher Beratung so abgesegnet habe; das Planungsbüro ANP habe seinerzeit auch auf die Steigung der Rampen hingewiesen. Es sei ohnehin stets nur darum gegangen, „dass man gegebenenfalls mal einen Rollkoffer hochziehen“ kann. Oder ein „junger, drahtiger Radfahrer“ die Auffahrt bewältigt. In jedem Fall seien die Rampen eher „eine optische Variante“ gewesen.

Damit gab sich Steinacker jedoch nicht zufrieden. Er habe die Planung zwar mitbeschlossen, aber er sei schließlich kein Fachmann. „Das sieht jetzt anders aus als vorher auf dem Papier.“ Er sei der Meinung, dass das Architektenbüro hätte wissen müssen, „dass Menschen mit einem Koffer die Treppe schlecht begehen können“. „Als ich den Teil der unteren Treppe nach der Fertigstellung gesehen hab, dachte ich nur: ,Oh‘“, gestand der FDP-Vorsitzende.

Von 39 auf 29 Prozent Steigung

Nach der neuen Planung wird die Steigung der zwei ungefähr 6,70 Meter langen Rampen wie bei der alten Treppenanlage „nur“ noch etwa 29 Prozent betragen. Zwischen den beiden Rampen soll in Höhe des Fensters im Erdgeschoss des ehemaligen Hotels ein Podest als Ruhepunkt eingebaut werden. Der entstehende Höhenvorsprung zwischen Rampe und Treppenstufe soll durch Stahlplatten in anthrazit „abgefangen“ werden.

Dass mit den neuen Rampen der Eingang auch für Rollstuhlfahrer erreicht werden kann, sei übrigens getestet worden, berichtete Bürgermeister Schwenk während der Ausschusssitzung. Eine jüngere Rollstuhlfahrerin habe bestätigt, dass die langen Rampen mit der geringeren Steigung besser befahrbar seien. „Unser Ziel ist es, dass junge Leute, die gehandicapt sind, an Veranstaltungen im Hotel Engel genauso teilnehmen können, wie andere auch“, betonte der Rathauschef.

Zu den Mehrkosten wollte und konnte der Bürgermeister noch nichts sagen. Laut Planvorlage soll sie aber „unter 1 Prozent des bisherigen Investitionsvolumens“ liegen. Die Gesamtkosten lagen bisher bei fast 530.000 Euro.

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