Streit in Flüchtlingsheim eskaliert: Afghane (18) ersticht gleichaltrigen Landsmann

05. Juli 2017
Hünfeld

Ein Streit zwischen zwei jugendlichen Afghanen in einer Hünfelder Flüchtlingsunterkunft hat am Dienstagabend ein dramatisches Ende gefunden: Einer der beiden 18-Jährigen erlag den ihm von einem Landsmann vermutlich mit einem Küchenmesser zugefügten Stichen in den Oberkörper.

Es war die Unterkunft für unbegleitete Minderjährige am Fuldaer Berg, wo der Streit am Dienstag gegen 22.50 Uhr eskalierte. Wie aus Mitteilungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei hervorgeht, habe sich der Schwerstverletzte nach dem Streit gegen 22.55 Uhr in eine etwas über 200 Meter entfernte Shishabar in der Töpferstraße begeben.

Das Opfer war mit drei Stichen getroffen worden und blutete stark. Die Bargäste alarmierten Polizei und Rettungsdienste. Für den Jugendlichen kam jedoch jede Hilfe zu spät: Er starb noch im Krankenwagen. Nach Behörden-Angaben war ein Stich in die Nähe des Herzens und einer in den Bauch gegangen. Einen Hieb hatte das Opfer mit der Hand abwehren können.

Tatwaffe Küchenmesser

Der zweite Beteiligte des Streits, den die Polizei derzeit der Tat verdächtigt, stellte sich den Einsatzkräften in der Nähe des Tatortes. Er gestand den Angriff am Dienstagabend und hatte das rund 20 Zentimeter lange Küchenmesser dabei, als er von der Polizei festgenommen wurde. Der Messerstecher habe sich nach der Tat widerstandslos festnehmen lassen.

Wie Staatsanwalt Harry Wilke gegenüber unserer Zeitung erklärte, hielten sich während der Tat mehrere Personen in dem Gebäude auf, die aber nicht an dem Streit beteiligt waren. Beide Männer wohnten laut Staatsanwaltschaft auf der gleichen Etage der Flüchtlingsunterkunft. Die mutmaßliche Tatwaffe – ein Küchenmesser der Flüchtlingsunterkunft – stellten die Beamten bereits sicher.


Persönliche Streitigkeiten das Tatmotiv?

Die Ursache für den Streit ist noch unklar, die Polizei vermutet persönliche Gründe. Sie sieht keine Hinweise auf eine fremdenfeindlich motivierte Tat. Die Staatsanwaltschaft Fulda beantragte beim zuständigen Amtsgericht in Fulda die Untersuchungshaft gegen den Tatverdächtigen. Er sollte am späten Mittwochnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden. / sam, lua, dpa, sar