Volles Haus im Kiebitzgrund: Firma Tennet plant Stromtrasse SuedLink

26. Juli 2014
Langenschwarz

Rund 170 Menschen nutzten am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus von Langenschwarz die Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand der Pläne für die Stromtrasse SuedLink zu informieren. Dazu hatte die Firma Tennet eingeladen, welche die Trasse plant und bauen wird. Schon draußen sah man, dass die Begeisterung angesichts der Pläne sich in Grenzen hält: „Keine 2. Stromtrasse durch den Kiebitzgrund“ hatte die Initiative Pro Lebensraum Kiebitzgrund an diversen Gebäuden plakatiert.

Es waren in der Mehrheit kritische Fragen, denen sich Thomas Wagner, der die Veranstaltung für Tennet bestritt, stellen musste. Zunächst erläuterte er das grundsätzliche Vorgehen in der Planungszeit und bei der Trassensuche. Dabei betonte er, dass man bei Tennet großes Interesse daran habe, möglichst viele Probleme zu erkennen und möglichst zu lösen, bevor es ans konkrete Planen oder gar Bauen gehe.

Zudem begründete Wagner die Notwendigkeit der Trasse zwischen Brunsbüttel (Elbe) sowie Wilster (Schleswig-Holstein) süddeutschen Noch-Atomkraftwerkstandorten Grafenrheinfeld bei Schweinfurt und Großgartach in Baden-Württemberg mit den Folgen der Energiewende: Die für Gleichstrom ausgelegte Hochspannungsleitung soll dann Windstrom aus dem Norden nach Süddeutschland transportieren. Das erste formale Verfahren, das im Herbst folgt ist die Bundesfachplanung, an deren Ende ein Trassenkorridor festgelegt wird. Anschließend findet das Planfeststellungsverfahren statt, das den genauen Trassenverlauf innerhalb des Trassenkorridors festlegt. Man strebe an, die SuedlLink-Trasse 2022 fertigzustellen.

Für die BI Pro Kiebitzgrund forderte Vorsitzender Hans Bolender eine Erdverkabelung im Bereich des Kiebitzgrunds, um die Siedlungen möglichst wenig zu beeinträchtigen. Damit griff er eine Forderung auf, die auch die Stadt Hünfeld und die Gemeinde Burghaun erheben. Wegen der Belastung durch die Bahn-Neubaustrecke mit der Stromleitung dazu, die geplanten Windkraftanlagen und der Autobahn gelte es, eine „Überbündelung“ zu vermeiden. In der Diskussion wurden viele Fragen, in der von einigen Rednern auch ein Fragezeichen hinter die Aussage gemacht wurde, der SuedLink sei „alternativlos“, stellte Wagner auch mögliche Masttypen vor und berichtete, dass die Anlagen durchaus Höhen von 65 bis 70 Metern erreichen könnten.

Wagner bestätigte, dass neben der Gleichstrom-Leitung SuedLink bis zum Jahr 2022 auch noch eine neue Wechselstrom-Hochspannungsleitung vom Umspannwerk Mecklar nach Grafenrheinfeld geplant sei. Allerdings sei es „unwahrscheinlich“, dass diese parallel zur SuedLink-Leitung geführt werde. / zi