Wella in Hünfeld schließt: 2018 gehen die Lichter aus

14. März 2017
Hünfeld

Schwerer Schlag für Hünfelds Wella-Mitarbeiter: Das Werk schließt. Ende 2018 läuft die Produktion aus, heißt es von Unternehmensseite. 380 Mitarbeiter sind davon betroffen.

Die Mitarbeiter waren am heutigen Dienstag zu einer Betriebsversammlung gebeten worden. Dort wurden die knapp 380 Männer und Frauen über das Aus informiert. Der neue Besitzer Coty wird auf den Standort künftig verzichten. Die Produktion läuft noch bis Ende 2018, dann gehen die Lichter bei Wella in Hünfeld – zeitweise Unternehmenssitz des Haarprodukte-Herstellers – aus. Ob einige der Mitarbeiter anderweitig, etwa am Sitz in Darmstadt, unterkommen, ist derzeit unklar. Es stehen intensive Gespräche an, um alles Weitere „fair und sozialverträglich“ zu gestalten, wie Unternehmenssprecherin Angela Lauf erklärte.

2015 wurde bekannt, dass der US-Kosmetikkonzern Coty (unter anderem Davidoff, Calvin Klein, Joop) Wella kauft. Nach der Übernahme im Oktober 2016 ging die Produktion in Hünfeld um 50 Prozent zurück. Denn viele Marken behielt Vorbesitzer Procter & Gamble. Bekannte Produkte wie das Duftspray Febreze oder das Haarpflegemittel Pantene wurden plötzlich nicht mehr in der Haunestadt produziert.

Schwenk: „Schwerer Schlag für Hünfeld“

Dass dies ein möglicher Vorbote für das Ende des Hünfelder Werkes sein könnte, wollte – zumindest nach Außen – niemand wahrhaben. „Alle sehen dem Besitzerwechsel mit Freude entgegen“, sagte der Betriebsratsvorsitzender Norbert Herr im September. Sämtliche Arbeitsverträge aller Mitarbeiter würden unverändert mit gleichem Gehalt und gleichen Rahmenbedingungen weiterlaufen. Unter vorgehaltener Hand sprachen Mitarbeiter aber durchaus von Existenzängsten. Wenn, war aber von einem Stellenabbau die Rede. Dass jetzt ganz Schluss ist, ist für die Angestellten ein Schock.

Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU) zeigte sich in einer ersten Reaktion sehr enttäuscht von der Entscheidung. Dies sei sicher ein schwerer Schlag für die Mitarbeiter und ihre Familien, aber auch für die Stadt Hünfeld insgesamt.

IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck nimmt aus der „großen Enttäuschung“ zwei Lehren mit: „Zum einen dürfen wir uns in Zeiten, in denen es uns wirtschaftlich gut geht, nicht darauf verlassen, dass das so bleiben muss. Und zum anderen sehen wir nun, wie wichtig es ist, familiengeführte Unternehmen zu unterstützen. Denn diese bleiben ihrem Standort treu.“ / kbk, sam

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