Dank moderner Hilfsmittel: Achim Freund kann nach Sportunfall bald wieder selbst gehen

03. Januar 2018
Wächtersbach

Seit 2010 sitzt Achim Freund im Rollstuhl. Ein Sportunfall. Bei einem Motorradrennen im holländischen Assen kam sein Gespann von der Strecke ab ... Achim Freund konnte seither nicht mehr laufen. Doch kürzlich wurde dem Aufenauer ein sogenanntes Exoskelett angepasst – ein am Körper tragbarer Roboter, der ihm hilft, wieder aufzustehen, zu gehen, Treppen zu steigen, sich zu setzen.

Von Andrea Euler

Kulturhaus Aufenau: Achim Freund steht vor einer Sitzbank, hebt konzentriert die Gehstützen nach vorne, eine nach der anderen. Die Übungen sind für jemanden, der sieben Jahre im Rollstuhl saß, fremd, ungewohnt und anstrengend. Dass Achim Freund diese Übungen überhaupt absolvieren kann, dazu hat ihm dieses Gerät verholfen. Es unterstützt Menschen mit einer Rückenmarksverletzung durch motorisierte Hüften und Knie dabei, wieder aufrecht zu stehen und zu gehen. Aber auch seine Willenskraft und seine Motivation haben ihm das ermöglicht, denn ohne sie hätte seine Krankenkasse, die Barmer, sich nicht bereit erklärt, das Hilfsmittel zu bezahlen.

Knapp 40 dieser Systeme werden derzeit in Deutschland genutzt, ein Selbstzahler hat die stolze Summe – die Rede ist von 100.000 Euro für das Gerät und eine bis zu einjährige Einweisung – selbst auf den Tisch gelegt, für alle anderen haben die Berufsgenossenschaft oder gesetzliche Krankenkassen tief in die Tasche gegriffen.

Ein Jahr kann es dauern, bis der Lernprozess abgeschlossen und der Nutzer mit seinem Gerät so vertraut ist, dass er es eigenständig nutzen kann. Bis dahin helfen ihm Fachkräfte beim Training, sei es bei Gleichgewichts- oder Kraftübungen.

Das knapp 30 Kilo schwere Gerät besteht aus Aluminiumstreben, Motoren an Ober- und Unterschenkeln sowie zwei Akkus und einem Rechner am Rücken. Während der Rehabilitation in Taunusstein sammelte Achim Freund erste Erfahrungen mit dem System.

Achim Freund ist nach einigen Stunden Training außer Atem. Das Gleichgewichtsgefühl hat sich noch nicht wieder vollständig eingestellt. Wenngleich er sicher ist: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Das strahlende Lächeln, das Achim Freund immer wieder im Gesicht trägt, zeigt deutlich: Ein schöneres Weihnachtsgeschenk hätte es für ihn nicht geben können.

Einen ausführlicheren Bericht, unter anderem über die zahlreichen positiven Effekte und die technischen Funktionen des Geräts, lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Kinzigtal Nachrichten und im E-Paper.