Hunderte Interessierte bei Infoabend zu Bahntrassen durchs Kinzigtal

10. September 2017
Bad Soden-Salmünster

Das Spessart-Forum Kultur schien aus den Nähten zu platzen bei der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiativen zum Thema Bahntrassen. Alle Plätze waren besetzt, etliche Menschen standen und viele nahmen vor der geöffneten Tür im Foyer Platz.

Frank Palige und Andreas Harner von der Marborner Bürgerinitiative „Keine neue Bahn im Kinzigtal“ Marborn und Gottfried Veiel von der Bad Soden-Salmünsterer Initiative „Hände weg vom Kinzigtal“ standen Rede und Antwort und motivierten, aktiv zu werden und die Bürgerinitiativen zu stärken.

Nach einem kurzen Grußwort verfolgte Bürgermeister Lothar Büttner die Ausführungen. Bad Soden-Salmünster könne mit der Variante „1“ von den sieben vorgelegten gut leben, weil diese die Stadt nicht berühre. Allerdings denke die Bahn in anderen Dimensionen und da sei die hiesige Region nur ein ganz kleiner Teil, so Büttner.

Hunderte Interessierte bei Infoabend zu Bahntrassen durchs Kinzigtal

Von den sieben vorgelegten Trassenvarianten führen sechs irgendwo durch Bad Soden-Salmünster, erfuhren die Zuhörer. Die Bahn habe beschlossen, bis 250 Meter an die Orte heranzugehen, was bei ICE-Zügen möglicherweise noch erträglich sein könne, aber nicht bei Güterzügen. Selbst wenn die Bahn eigene Güterzüge mit leisen Rädern und Bremsen ausrüste, reiche das nicht, denn der größte Teil des Güterverkehrs erfolge durch private und ausländische Unternehmen. Ob die umrüsten sei fraglich.

Es scheine, als ob die Bahn das „Nadelöhr Bad Soden-Salmünster“ knacken wolle, um andere zu schonen, meinte Andreas Harner (Marborn), Vorsitzender der Bürgerinitiative „Keine neue Bahn im Kinzigtal“. Eine Trasse auf Stelzen über das Tal bringe auch Lärm. Zwar höre man die in der Höhe fahrenden Züge vielleicht weniger, aber auch die Bauwerke werden schwingen und das bedeute zusätzlichen Schall, so Palige.

Er ermunterte die Menschen, ihre Sorgen und vor allem die sachlichen Argumente gegen die Trassen der Bahn mitzuteilen. „Die Bahn wird erst etwas ändern, wenn wir unbequem werden“, hieß es. Also „Schreiben sie Mails an Herrn Dr. Domke und Frau Katzenbach-Trosch“, so Harner. Sie seien Ansprechpartner und ihre Mailadressen über die Website hanau-wuerzburg-fulda.de abrufbar.

Die Sprecher der Bürgerinitiativen regten eine Sternwanderung mit Kundgebung an. Derzeit prüfe die Bahn in einem aufwändigen Verfahren noch die verschiedenen Varianten. In absehbarer Zeit entscheide sie sich für eine Variante und dann werde deren Bau vorangebracht. / lis