Baum mit Rotmilan-Nest gefällt? Windkraftgegner erstatten Anzeige

13. April 2015
Schlüchtern

Weil ein Baum mit einem Rotmilan-Horst nahe Grundhelm angeblich widerrechtlich gefällt wurde, hat die Interessengemeinschaft (IG) „Windkraft in Sinntal ... so nicht“ Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Noch im vergangenen Jahr sei er dokumentiert worden, heißt es von Seiten der IG.

Ist bei Gundhelm tatsächlich ein Baum mit einem Rotmilan-Horst in der Krone ohne Genehmigung – und damit widerrechtlich – gefällt worden, weil er dem Bau des Windparks „Buchonia“ oder „Buchonia II“ im Wege stand? Für Mitglieder der IG ist dies mehr als eine Vermutung – immerhin gehe es um den Bau von „Großindustrieanlagen im Wald mit einem Projektvolumen von 50 Millionen Euro“. Die IG hat deshalb bei der Staatsanwaltschaft Hanau Strafanzeige gestellt. Sie vermutet, dass der Horst auch deshalb entfernt wurde, um mögliche Auflagen im Genehmigungsverfahren für den Windpark „Buchonia II“ zu umgehen.

Das Nest sei bei Unterer und Oberer Naturschutzbehörde, der Vogelschutzwarte Frankfurt, den Naturschutzverbänden Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) sowie beim NABU kartiert gewesen, erklärt Unterzeichner Jürgen Kraft. Die IG verweist in der Anzeige darauf, dass der Mindestabstand für Rotmilan-Horste zu Windkraftanlagen 2007 von der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarte Deutschland auf 1500 Meter festgelegt worden sei. Genehmigung hätte die Untere Naturschutzbehörde (UNB) beim Main-Kinzig-Kreis erteilen müssen. Das hat sie aber nicht und hätte sie laut Kreispressesprecher John K. Mewes unter den vorliegenden Bedingungen auch nicht getan. „Wir wussten davon nichts und haben erst durch die IG von dem Vorfall erfahren“, sagt Mewes.

Auch die RhönEnergie-Tochter SynEnergie hat den Auftrag für die Baumfällarbeiten nach eigenen Angaben nicht erteilt. „Fakt ist, dass diese in keinerlei Zusammenhang mit der Errichtung des Windparks Buchonia stehen. Die dafür notwendigen Fäll- und Rodungsarbeiten wurden bereits im Oktober und November des vergangenen Jahres unter sehr gründlicher ökologischer Baubegleitung durchgeführt und abgeschlossen. Dieses Prozedere war Teil der Genehmigungsauflagen“, erklärt Dr. Marc Oeffner, Geschäftsführer der SynEnergie.