Bewährungsstrafe wegen Nötigung: 22-jähriger Syrer soll Studentin im Freibad belästigt haben

12. September 2017
Wächtersbach

Weil er eine Studentin im Wächtersbacher Freibad belästigt haben soll, wurde ein Flüchtling aus Syrien im Amtsgericht Gelnhausen zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Der 22-Jährige hatte die junge Frau aus Steinau am Rande einer Veranstaltung auf der Damentoilette am Arm gepackt. Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf.

Im Wächtersbacher Freibad fand im Juli 2016 gerade die „Summer-Night-Pool-Party“ statt, als der Vorfall passierte. Wie die Studentin aussagte, begab sie sich kurz nach Mitternacht auf die Damentoilette. Der Angeklagte sei ihr schon beim Betreten des Sanitärbereichs aufgefallen, er habe zu diesem Zeitpunkt mit einem Besen Unrat und Papiertücher zusammengekehrt.

Als sie sich die Hände waschen wollte, habe der Angeklagte neben dem Waschbecken gekniet, sich dann aufgerichtet und nach ihrem rechten Arm gegriffen. Der Mann habe „ein bisschen fester zugepackt“, Schmerz habe sie aber keinen empfunden. Sie habe sich losgerissen und den Raum verlassen.

Der Angeklagte schilderte den Vorfall anders: Als er Papiertücher unter dem Waschbecken aufsammeln wollte, sei ihm schwarz vor Augen geworden und er habe nach irgendetwas gegriffen. Dass er den Arm der Studentin erwischt hat, sei nur Zufall gewesen. Danach sei er rückwärts auf den Boden gefallen und habe dort eine unbestimmte Zeit gelegen.

Verteidiger Steffen Heß forderte für seinen Mandanten einen Freispruch, die Staatsanwaltschaft beantragte eine Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu je zehn Euro. Strafrichterin Petra Ockert sah den Vorwurf der Nötigung als erwiesen an und verurteilte den Syrer zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Flüchtling muss laut Urteil zudem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. / anz