BI-Vorsitzende Elke Müller sicher: Wir brauchen keine Trasse

22. Juli 2017
Sinntal

Mit den Daten der Bundesnetzagentur ist sich die Bürgerinitiative (BI) Pro Sinntal um Vorsitzende Elke Müller sicher, dass die Stromtrasse Suedlink nicht nötig ist.

„Es wird gesagt, dass der Bau der Stromtrassen Sued-Link und Sued-Ost-Link für die Stromversorgung in Bayern notwendig sind. Bisher konnte diese Behauptung nicht widerlegt werden, da die Daten für die Netzberechnung nicht frei zugänglich sind“, schreibt BI-Vorsitzende Elke Müller in einer Pressenotiz. „Ein Mitglied der Piratenpartei hat die nötigen Anforderungen erfüllt und die Netzdaten erhalten. Damit konnte eine unabhängige Berechnung der Netzbelastungen für Bayern durchgeführt werden“, heißt es weiter. Die Daten gingen davon aus, dass der geplante Netzausbau des Netzentwicklungsplan 2025 realisiert wurde. Innerhalb dessen gebe es unterschiedliche Lastprofile, bei allen gehe die Bundesnetzagentur davon aus, dass die bayrischen Kraftwerke Föhring, Irsching und Zolling nicht laufen – eine vorhandene Kraftwerkskapazität von rund 2,6 GW werde nicht genutzt.

Die Daten zeigen, dass es beim Hochlastprofil keine Probleme mit den HGÜ-Trassen bei der Stromversorgung in Bayern gebe. Bemerkenswert sei aber laut BI, dass die Thüringer Strombrücke nur noch mit weniger als zehn Prozent ausgelastet ist und sogar Strom nach Baden-Württemberg exportiert wird. „Wenn die HGÜ-Trassen abgeschaltet sind, gehen in Bayern nicht die Lichter aus“, schreibt Müller. Aber die Auslastung der Netze ändere sich.

Über die Thüringer Strombrücke flößen nun rund 2,4 Gigawatt nach Bayern – es werde kein Strom nach Baden-Württemberg exportiert, sondern Strom von dort bezogen. „Die Berechnungen zeigen, dass ohne die HGÜ-Leitungen und ohne den Einsatz zusätzlicher Kraftwerke keinerlei Engpässe bei der Stromversorgung auftreten“, so Müller.

Beim Niedriglastprofil sei ohne HGÜ-Trasse kein Problem mit der Stromversorgung gegeben; es werde sogar Strom nach Baden-Württemberg exportiert. Mit den HGÜ-Trassen jedoch sinke die Belastung der Thüringer Strombrücke. Der Stromexport von Bayern entspricht dem durch die HGÜ-Trassen importierten Strom: HGÜ-Trassen werden nur für den Export verwendet.

Das eigentliche Problem sei, wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht werde. So würden die Netze mit Energie geflutet. „Der Netzausbau, so wie er uns alternativlos verkauft wird, löst diese Probleme nicht“, so Müller. Mit großem Aufwand versuche man die Netze stabil zu halten. Gelingt diese Stabilisierung nicht, drohe ein Zusammenbruch des Stromnetzes. „Es gibt keinen Plan, kein Konzept und scheinbar keinerlei Verständnis für diese technischen Zusammenhänge. Für die Netzstabilisierung brauchen wir stattdessen Speicher und Flexibilitätsoptionen, die diesen Namen verdienen. „Es ist nicht an uns, die Netzstabilität nachzuweisen, wir verlangen es aber von den verantwortlichen Übertragungsnetzbetreibern und der Bundesnetzagentur.

Dieser Nachweis ist öffentlich nachvollziehbar unter Einbeziehung unabhängiger Fachleute zu führen. Die Bundesnetzagentur will dies mit allen Mitteln verhindern. Sie wissen, dass dann die Grundlagen für diesen sinnlosen Netzausbau, beginnend mit dem Szenariorahmen bis hin zum Netzentwicklungsplan, zusammenbrechen“, schreibt Müller. / jk