Bomba in Südamerika (4): Staatssekretär aus Steinau mischt bei Ozean-Zug aus Deutschland mit

21.03.2017
Buenos Aires/Steinau

Seit 2016 wird geplant und verhandelt, nun soll Zug hereinkommen in das Jahrhundertprojekt einer Strecke vom Atlantik zum Pazifik in Peru. Treiber ist Bolivien – um unabhängig zu werden von Chiles Häfen.

Die deutsche Regierung intensiviert ihre Bemühungen um den Bau einer Bahnlinie in Südamerika, die vom Atlantik bis zum Pazifik führen soll. Wie der bolivianische Minister für öffentliche Arbeiten, Milton Claros, mitteilte, wird Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba am Mittwoch zu Gesprächen mit Regierungsvertretern aus Bolivien, Peru, Paraguay und Uruguay in La Paz zusammentreffen.

Aktuell, am Dienstag hält sich der Steinauer Staatssekretär Bomba mit seiner Delegation gerade in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires auf. Bolivien setzt auch auf Kapital aus der Schweiz bei dem Jahrhundertprojekt. Mittlerweile liegen vier Studien zu Trassen, Umweltfragen und den Kosten vor. Deutsche und Schweizer Unternehmen könnten das Projekt gemeinsam realisieren.

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Bomba in Südamerika (3): Delegation hat wichtige Termine im Hafen von Montevideo

Rainer Bomba, CDU-Staatssekretär aus Steinau, führt derzeit eine deutsche Wirtschaftsdelegation in Südamerika an. Am Montag hatte die Delegation die nächsten wichtige Termine in Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay.

Geplant ist eine 3750 Kilometer lange Strecke vom brasilianischen Hafen in Santos über Bolivien bis zum peruanischen Ilo, um Güter schneller Richtung Europa und Asien zu bekommen. Die Kosten werden auf rund 14 Milliarden Dollar (13 Mrd Euro) geschätzt.

Boliviens Präsident Evo Morales, den Bomba einen Freund nennt, macht sich seit langem dafür stark, auch um unabhängiger von chilenischen Häfen zu werden. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten sind gespannt. Bolivien hat Chile vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verklagt, um wieder einen eigenen Meerzugang zum Pazifik bekommen, den es im Salpeterkrieg (1879-84) an Chile verloren hatte.

Zudem wirft Bolivien Chile immer wieder vor, das Land halte Verpflichtungen eines Vertrages von 1904 nicht ein, der freien Transitverkehr für Güter von einigen chilenischen Häfen von und nach Bolivien vorsieht. Ob sich der „Tren Bioceánico“ verwirklichen lässt, ist noch fraglich.

2016 war bereits vorgeschlagen worden, dass Firmen aus Deutschland und der Schweiz gemeinsam ein Paket anbieten – Bau der Infrastruktur, Lieferung von Loks und Waggons sowie Wartung der Züge. Nach Vorbild des dualen Ausbildungssystems in Deutschland sollen zudem Fachkräfte für Instandhaltung und Betrieb der Strecke ausgebildet und eingesetzt werden. So sollen 6000 bis 8000 Arbeitsplätze entstehen.

Unabhängig davon gibt es bereits ein weiteres Milliardenprojekt für einen Zug zwischen den Ozeanen, ebenfalls von Brasilien nach Peru, über rund 4800 Kilometer – aber an Bolivien vorbei. Dieses wird von China forciert.

Ob sich beide Konzepte zu einem zusammenführen zu lassen, ist noch unklar – hierzu müsste Morales eine Einigung vor allem mit Brasiliens Präsident Michel Temer finden. Und bisher gibt es kaum Trassen, die ausgebaut werden könnten. Boliviens Bahnnetz umfasst gerade 3500 Kilometer – weitgehend eingleisig, in Meterspur. / dpa, sar

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