Bürgerinitiative gegen Windpark

Ramholz als Standort für die riesigen Anlagen unvorstellbar

09. August 2013
VOLLMERZ

Die "Bürgerinitiative Ramholz/Degenfeld – Rettet die Kulturlandschaft Ramholz" möchte mit aller Kraft verhindern, dass auf der Breite First auf 350 Hektar Fläche der Windpark Buchonia entsteht.

Dass auf der Breiten First einmal zehn 200 Meter hohe Windkraftanlagen stehen könnten, bringt die Degenfelder auf die Barrikaden. Übervoll war die Gaststätte Josch, in die "besorgte Bürger" am Donnerstagabend eingeladen hatten. Die Gründung einer Bürgerinitiative fand spontan Zustimmung und zahlreiche Mitwirkende.

Ulli Karcher, der als Moderator fungierte, sagte, dass man nach anfänglichen Mutmaßungen nichts Konkretes erfahren habe. Bei einem Treffen Ramholzer Bürger sei eine "ungeheure Wut" zutage getreten. Weil ein "berechtigtes Interesse" gegen die Windkraftanlagen bestehe, habe man sich an alle Degenfelder Bürger gewandt. Persönliche Angriffe und Beschuldigungen, sich nicht um das Thema zu kümmern, veranlassten Ortsvorsteher Bruno Friedrich zu einer Stellungnahme. Anhand der Chronologie von Anfragen an die Stadt widersprach er Vorwürfen in Presseberichten. Eine offizielle Stellungnahme werde er auch jetzt nicht abgeben, da er nichts Konkretes wisse. Bei einem kürzlich geführten Gespräch mit Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD) sei jedoch ein Informationsabend vereinbart worden. "Wir müssen anfangen, etwas zu tun, bevor es zu spät ist", sagte Karcher. Er verlas die Bedenken (siehe Kasten). Während der Diskussion wurde betont, es gehe nicht um den Grundsatz pro und kontra Windkraft, nur der Standort störe. Neben Beeinträchtigungen werde das Landschaftsbild angesichts der 196 Meter hohen "Monsteranlagen" mit einem Rotordurchmesser von 112 Metern "surreal" und "apokalyptisch". Ramholz als einmaliges Kleinod dürfe nicht zerstört werden.

Hans Konrad Neuroth, der der BI als Rechtsbeistand angehört, sagte, dass etwas für alternative Energie getan werden müsse, aber der Bergwinkel sei schon verbaut: "Windkraftanlagen in der Größe und Höhe gehören nicht nach Ramholz." Mit großer Mehrheit wurde die Gründung der Bürgerinitiative und deren Name als Kurz- und Vollbezeichnung beschlossen. Für den Sprecherrat stellten sich 13 Personen zur Verfügung, weitere Interessenten können sich noch melden (siehe Kontakt-Kasten). Obwohl noch keine konkreten Bauvorhaben bekannt seien, will sich die BI nicht auf den Genehmigungszeitfaktor verlassen und gleich aktiv werden.

Ziele der Initiative

Bedenken der "BI Ramholz/Degenfeld – Rettet die Kulturlandschaft Ramholz":

1. Prägung des Landschaftsbildes, Zerstörung der Kulturlandschaft, zehn Windräder mit 200 Metern Höhe, Stromtrassen zur Netzanbindung

2. Denkmalschutz, Nähe zu den Kulturdenkmälern Schloss, Burg Steckelberg, Stumm'sche Gruft

3. Beeinträchtigung des Tourismus, Wanderwege, Ramholz als Ausflugsziel

4. Auswirkungen auf die Pflanzenwelt, (seltene Blumen), Waldrodung, Flächenversiegelung

5. Auswirkungen auf die Tierwelt, geschützte Greifvögel (Roter Milan), Zugvögel, Fledermäuse

6. Gesundheitliche Auswirkungen, Lärm – verstärkende Wirkung durch den Talkessel – von Westen Züge, von Osten Windräder

7. Physikalische Gefahr (Blitzschlag), erhebliche Gefahren für Mensch und Tier

8. Bei 200 Metern Höhe der Anlagen ist der Abstand zur Wohnbebauung zu gering.

Kontakt

Walter Bartholomä, Ramholz, (069) 68 600 240

Reinhard Bulka, Vollmerz (0 66 64) 7474

Knut Fehl, Ramholz (0 66 64) 6126.