Bürgermeister Malte Jörg Uffeln: Abwahlverfahren mit 21 Ja-Stimmen beschlossen

14. Juni 2017
Steinau

Das Abwahlverfahren von Bürgermeister Malte Jörg Uffeln ist mit den benötigten 21 Ja-Stimmen beschlossen worden. Uffeln selbst nahm nicht an der Sitzung teil, da er nicht beratend anwesend sein dürfe, wie er mitteilen ließ. Damit findet am 24. September ein Abwahlverfahren statt.

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Von unserem Redaktionsmitglied Sabine Schuchardt

Die Stadt Steinau ist tief gespalten. Das wurde am Dienstagabend überdeutlich. Schon vor Beginn war die Atmosphäre sehr angespannt und die Markthalle des Rathauses war bis an ihre Kapazitäten gefüllt. Immer wieder brachen Tumulte los, wenn die Uffeln-Anhänger nicht mit dem, was gesagt wurde, einverstanden waren. Buh-Rufe und lautes Pfeifen brachen los, als die Stadtverordneten den Saal betraten. Die Anspannung angesichts dieser ungewohnten Situation war vielen vom Gesicht ablesbar.

Stadtverordnetenvorsteher Marco Schöppner (BGM) mahnte mehr als einmal Ruhe und gesittetes Verhalten an und drohte gelegentlich damit, dass Unruhestifter und Pöbler des Saales verwiesen werden. Karin Lang (BGM) begründete den von 17 Stadtverordneten unterzeichneten Antrag auf Abwahl des Bürgermeisters Malte Jörg Uffeln (parteiunabhängig) und nannte zahlreiche Gründe, weshalb Uffeln nicht mehr tragbar sei. Sie begann mit der Widmung, erläuterte deren Bestandteile, von “Paladin” über das Hitler-Geburtsdatum bis hin zu der verwendeten Abkürzung “mF”.

Uffeln gehe respektlos mit Mitarbeitern, Stadtverordneten, Magistratsmitgliedern, aber auch mit Unternehmern. Er halte Seminare und Vorträge, statt seiner Tätigkeit als Bürgermeister nachzukommen. Anträge und Anfragen würden unzureichend oder gar nicht beantwortet. “Bringt er die Leistung, die von ihm verlangt wird?”, fragte sie und ließ keinen Zweifel, dass dies zu verneinen sei. Stattdessen schmücke er sich mit den Leistungen seiner Vorgänger. Immer wieder musste Lang ihre Rede unterbrechen, weil die Zuhörer dazwischen riefen.

“Uffeln zeigt keine Einsicht und Reue”, sagte sie. „Sie haben nur für die gesprochen, die unterzeichnet haben “, sagte Alexander Happ (UBL). Die Kommunalaufsicht und die Staatsanwaltschaft seien noch zu keinem Ergebnis gekommen. , „Jetzt über eine Abwahl zu entscheiden, kommt einer Vorverurteilung gleich“, so Happ.

Einige seiner Unterstützer informierten ihn im Magistratszimmer nebenan über den turbulenten Ablauf der Sitzung.