Deutsche Bahn konkretisiert mögliche Linienführung für Strecke Hanau–Fulda

25. Juli 2014
Region

Die Bahn grenzt die Zahl möglicher Korridore für die neue Strecke von Fulda nach Hanau ein. Bad Soden-Salmünsters Bürgermeister Lothar Büttner (parteilos) berichtete den Stadtverordneten jetzt von mehreren möglichen Varianten. Bisher war nur ganz grob von einem Suchraum die Rede. Diese Konkretisierung kommt in Osthessen gut an.

Der Schienenkonzern hat sechs mögliche Korridore für den Neubau erarbeitet. Hinzu kommt die Option, die bestehende Strecke durch das Kinzigtal auszubauen, wobei Lothar Büttner durchblicken ließ, dass eine Variante quer durch Salmünster in der Kurstadt nicht goutiert werde. „Mit der Skizze möglicher Korridore treffen wir keine Vorfestlegung. Aber die technischen Vorgaben lassen im Kinzigtal kaum andere Alternativen zu“, formuliert dazu die Bahn.

Mit allen Varianten soll die Bahn die Strecke Fulda–Frankfurt in 45 Minuten schaffen. Die Korridore beschreiben nur eine Grobfestlegung und berücksichtigen die Kurvenradien, die erforderlich sind, damit die Züge diese Strecke mit einer bestimmten Geschwindigkeit durchfahren können. Würde man die Korridore von der Karte in die Landschaft übertragen, wären sie 1000 Meter breit.

Neu in der Diskussion ist ein Nordkorridor, der ungefähr über Steinau-Ulmbach und Flieden-Magdlos verläuft – oder besser: unter den Orten hindurch, denn ein Großteil dieser Strecke müsste in einem Tunnel verlaufen, um zu starke Steigungen im Vogelsberg zu vermeiden.

Fuldas Landrat Bernd Woide (CDU) begrüßt die Vorstellung der Trasse. „Wir werten es als sehr positiv, dass die Bahn nun weitere Planungsschritte geht, um in absehbarer Zeit zu einem Planungskonzept zu kommen.“ Industrie- und Handelskammer (IHK), Stadt und Kreis Fulda hätten in dieser Woche über das Thema gesprochen und hätten vereinbart, die Landesregierung zu bitten, die politischen Aktivitäten in dieser Frage zu erhöhen. Über konkrete Trassen für Fulda-Hanau wollte Woide nicht sprechen.

Auch Fuldas IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck ist zufrieden: „Der Ausbau der Bahntrasse ist für Osthessen eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für die kommenden Jahre. Daher begrüßen wir es ausdrücklich, dass die Deutsche Bahn nun weitere Planungsschritte einleitet.“ Die IHK hoffe, dass die Planung insgesamt beschleunigt und die Planungszeit dadurch verkleinert werden könne. Wichtig sei, dass die Region mit einer Stimme spreche und auch die Landespolitik das Thema engagiert vorantreibe.

Von mehreren Varianten betroffen sind die Gemeinden Neuhof und Flieden. „Wir freuen uns, dass wieder Bewegung in das Vorhaben kommt, da die Strecke sehr stark belastet ist. Hoffentlich ist der Zeitraum der Realisierung überschaubar und nimmt nicht so viel Zeit in Anspruch wie die Planungen der A 66“, erklärt Neuhofs Bürgermeisterin Maria Schultheis (CDU). Zu den Varianten könne die Gemeinde erst Stellung nehmen, wenn mehr Informationen vorlägen.

„Es ist gut, dass die Bahn einen Schritt weiterkommt“, meint Fliedens Bürgermeister Christian Henkel (CDU). Vom Bau der Schnellbahnstrecke werde Flieden profitieren. Um über konkrete Trassen zu sprechen, dafür sei das Planungsstadium aber noch zu früh. Wenn Flieden im Bereich Magdlos betroffen wäre, würde dieses Gebiet vermutlich untertunnelt.

Untenstehend eine Grafik zu den möglichen Korridoren: