Drohnen-Einsatz rettet Rehkitze vor Mähdreschern

29. Juni 2017
Schlüchtern

Drohnen-Einsatz für den Tierschutz: Jäger aus dem Vogelsbergkreis wollen Rehkitze mit Hilfe einer mit einer Wärmebildkamera ausgestatteten Drohne vor Mähdreschern retten. Die Aktionen der Kitzretter erfolgen mittlerweile weit über die Grenzen des Vogelsbergs hinaus.

Die Kitzrettung-Hilfe („Gemeinsam gegen den Mähtod“) wurde im März gegründet – und zwar auf eine Initiative der in Schlitz-Willofs sitzenden Jägervereinigung Lauterbach um seinen Vorsitzenden Hans-Ullrich Weidner hin. Die Initiative erklärte, das Projekt je nach Teilnahmebereitschaft künftig auch über die Grenzen Hessens hinaus auszuweiten.

Zuletzt gab es zum Beispiel eine Drohnen-Aktion zur Rettung von Rehkitzen in der Gehöftgruppe Gomfritz in der Schlüchterner Gemarkung nahe des Stadtteils Klosterhöfeder (Main-Kinzig-Kreis). Dabei war auch eine Drohne vom RC-Modellbaukeller Fuchs aus Gelnhausen im Einsatz. Ein RTL-Team begleitete die Aktion mit der Kamera. Der Beitrag wird demnächst ab 18 Uhr im Regionalmagazin gezeigt.

Jungen Kitzen fehlt der Fluchtinstinkt

In Schwaben retten zwei Jäger unlängst in zwei Wochen rund 80 Rehkitze mit Hilfe einer Drohne vor Mähdreschern. Berufsjäger Rupprecht Walch und sein ehrenamtlicher Begleiter Dieter Hampel kontrollieren mit der Drohne samt Wärmebildkamera derzeit jeden Morgen Felder im Norden Schwabens.

„Die Kitze strahlen eine Temperatur von etwa 25 Grad ab. In der Früh sind sie also am besten zu sehen“, sagt Walch. Die gefundenen Tiere werden in Gras gewickelt und aus den Feldern geholt. Der Landesverband für Vogelschutz in Bayern bezeichnete die Aktion als „lobenswerten Ansatz“ für die Rehrettung vor der Wiesenmahd. Bisher werden Drohnen nur von wenigen Landwirten bei ihrer Arbeit eingesetzt. Wie der Verein Rehrettung Hegau-Bodensee mitteilt, sei die Tendenz aber deutlich steigend.

Rehkitzen fehlt in den ersten vier Lebenswochen der Fluchtinstinkt. Daher lassen sie sich von den großen und lauten Mähdreschern nicht vertreiben und ducken sich stattdessen nur ins Gras. Das gute Versteck wird ihnen bei der Wiesenmahd dann zum Verhängnis. Mehr zum Drohnen-Einsatz bei Gomfritz – inklusive Tipps, wie Sie mit Rehkitzen umgehen sollten, wenn Sie eines anscheinend verlassen finden – lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der Kinzigtal Nachrichten sowie im E-Paper. / sar, dpa