Erst gewürgt, zwei Wochen später wieder ein Paar: Bewährungsstrafe für 29-Jährigen

14. Februar 2018
Bad Orb

Mit einem Beziehungsstreit auf offener Straße in Bad Orb musste sich das Schöffengericht im Amtsgericht Gelnhausen beschäftigen. Was allerdings zunächst als Raub angeklagt war, stellte sich „nur“ als Körperverletzung, Sachbeschädigung und Nötigung aus.

Für den Angeklagten ein glücklicher Umstand: Seit 25. Dezember 2017 saß er in Untersuchungshaft und wurde nach der Verhandlung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Am 22. März des vergangenen Jahres kam es in der Obertorstraße in Bad Orb zur Begegnung zwischen dem 29-Jährigen und seiner Ex-Freundin. Dabei hatte er es offensichtlich auf das Handy der Frau abgesehen, das er ihr zuvor an Weihnachten geschenkt hatte. Das Mobiltelefon nahm er ihr ab und zerstörte es. Außerdem schlug er ihr die Brille aus dem Gesicht, würgte sie am Hals und drohte, ihr und ihrer Familie etwas anzutun.

Die Frau trug Abschürfungen an der rechten Hand und Schluckbeschwerden davon, allerdings war der Schmerz offenbar nicht groß genug: Bereits zwei Wochen später waren beide wieder ein Paar, vor der Verhandlung im Amtsgericht teilte sie mit, dass sie kein Interesse an einer Strafverfolgung habe. Vermutlich war nicht nur beim Angeklagten, sondern auch bei ihr an jenem Tag viel Alkohol im Spiel.

Allerdings hatte der 29-Jährige noch ein weiteres Problem: 2016 war er wegen Diebstahls zu einer siebenmonatigen Haftstrafe verurteilt worden, und die Bewährungszeit war noch nicht abgegolten. Das Schöffengericht entschied sich dennoch, dem zweifachen Vater noch eine weitere Chance zu geben. Der Bad Orber wurde zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Er muss eine Therapie beginnen, 150 Stunden gemeinnützig arbeiten und bekommt einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt. / anz