Gegen Windpark: Interessengemeinschaft übergibt 818 Unterschriften an Ulrich

Gegen Windpark: Interessengemeinschaft übergibt 818 Unterschriften an Ulrich

28. März 2014
Sinntal

Die Interessengemeinschaft (IG) "Windkraft in Sinntal – so nicht" hat zusammen mit Vertretern aus verschiedenen Ortsteilen 59 Listen mit 818 Unterschriften gegen den Windpark Buchonia auf der Breiten First an Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) überreicht.

Wie Sprecher Willi Merx sagte, seien nach der Veröffentlichung des Regionalplans mit der Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen neue Sorgen entstanden. In Oberzell seien Investoren unterwegs, die Flächen pachten wollten. Die Aufklärung der Bürger sei ein Anliegen der IG, die das Thema Windkraft mit "Maß und Verstand" betrachte. Merx zeigte sich erfreut über einen guten Einklang mit der Gemeinde.

Rainer Steinmacher stellte den Handzettel des Dachverbandes "Gegenwind im Naturpark Spessart" vor, dem neben der IG Windkraft Sinntal auch die Bürgerinitiative "Ramholz/Degenfeld – Rettet die Kulturlandschaft Ramholz" und die BI Bad Soden-Salmünster angehören.

Zum aktuellen Sachstand erklärte Ullrich, dass das Investorenbemühen in Oberzell bekannt sei, ähnliches habe es schon in Weiperz gegeben. Die Gemeinde habe im Dezember 2013 eine Veränderungssperre beschlossen, sodass kein Baurecht für Windkraftanlagen möglich sei. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt lege bis 25. April den Regionalplan offen, der in Sinntal elf Flächen mit 80 möglichen Windkraftanlagen ausweise. Die Gemeinde nehme mit Unterstützung von Fachbüros aufgrund Standortanalysen und rechtliche Prüfungen vor. Vor Mai erwartet Ullrich kein Ergebnis. Nach dem Abwägen der Stellungnahmen müsse das RP den Entwurf optimieren und erneut ausgelegen. Ein Finalplan werde nicht vor Ende 2015 in Kraft treten. Speziell auf Buchonia angesprochen, sagte der Bürgermeister, dass für den Sinntaler Bereich die einjährige Sperre Fakt sei. Es sei denn, der Regierungspräsident übergehe Sinntal mit einer Genehmigung. Ein Teilnutzungsplan sei auch möglich. Die Gemeinde sei nicht generell für einen Verhinderungsplan.

In einer Presseerklärung kritisiert die IG "die leichtfertige Planung". Zudem werde die Bevölkerung in Unkenntnis über den Nutzen von Windkraftanlagen (WKA) gelassen. Es reiche, dass von 120 WKA in Südhessen 65 im Main-Kinzig-Kreis stünden.

Trotz Ablehnung durch die Gemeinde sei das Genehmigungsverfahren nicht abgeschlossen und die Betreibergesellschaft RhönEnergie halte an der Realisierung des Projektes Buchonia fest. Zudem befürchtet die IG von der neuen Landesregierung einen Ausbau von WKAs in der Region Schwarzenfels-Züntersbach, Altengronau, Jossa, Mottgers, Oberzell-Sandberg. Die IG lädt Freitag, 28. März, 19.30 Uhr zu einem Bürgerstammtisch in die Gaststätte Da Mimmo's Treff nach Sterbfritz ein.