Geplanter RhönEnergie-Windpark "Buchonia" sorgt für Missstimmung

26. Juli 2013
Ramholz

Die Stimmung unter den Ramholzer Bürgern ist derzeit nicht die allerbeste. Der Grund ist der vom Fuldaer Energieversorger RhönEnergie geplante Windpark Buchonia, der mit einem Investionsvolumen von 50 Millionen Euro und zehn Windrädern auf einer Fläche von 350 Hektar zwischen Ramholz und Sterbfritz entstehen soll. Bis vor wenigen Tagen hieß die Firma RhönEnergie ÜWAG.

Blickt Horst Dippel von seinem Haus aus in Richtung Breite First, fühlt er sich immer an das Volkslied "Im schönsten Wiesengrunde" erinnert, in dem es heißt: "Dich, mein stilles Tal, grüß' ich tausendmal." Ramholz sei etwas Besonders, meint Dippel. "Ich werde nächstes Jahr 80 und möchte hier in Ruhe den Rest meines Lebens verbringen." Die zehn Windräder mit einer Gesamthöhe von jeweils 200 Metern würden "das Tal verschandeln". Zudem befürchtet er, dass es womöglich nicht bei der genannten Höhe bleibt. Dabei unterstellt Dippel, dass das Motiv nicht in erster Linie an der Energiewende, sondern im Profitstreben liege.

Ähnlich sieht dies ein anderer Bürger. Es zeuge von mangelndem Respekt vor Natur- und Kulturdenkmälern, wenn zunächst ein Kulturgut wie die Burgruine Steckelberg als Geburtsort Ulrich von Huttens oder die Kühlmann- Stumm'sche Gruft restauriert würden und kurz darauf "solch monströse Denkmäler aus Stahlbeton in die Nähe gesetzt werden. Was ist ein Baudenkmal noch wert, wenn es sich unter die Windräder ducken muss", fragt der Zugezogene, der befürchtet, dass das vertraute Landschaftsbild zerstört werde. "Es ist ein enges Tal, durch Aufforstungen ist es noch enger geworden, und jetzt sollen als Krönung auch noch diese Riesenräder aufgestellt werden", erläutert der Mann, der überzeugt ist, dass es geeignetere Flächen in Hessen – etwa in Autobahnnähe – gebe als in Ramholz. Auch sähen die Planungen "zu große, zu hohe, zu viele" Windräder vor. Nach der anfänglichen Empörung habe er sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. "Die Zone ist in den Plänen des Regierungspräsidiums ausgewiesen, es gibt keine Fledermäuse, deren Vorkommen den Bau hätte verhindern können, und ein Windgutachten existiert auch. Ich denke, hier hat jemand alles richtig gemacht", sagt der Ramholzer. Nach anfänglichem Zorn sei er aber zur Erkenntnis gelangt, dass "mit einer rein emotionalen Argumentation wenig Aussicht auf Erfolg besteht".

In der Tat laufen die Vorbereitungen mit dem Ziel einer reibungslosen Genehmigung durch das Regierungspräsidium Darmstadt (RP). "Ein formeller Antrag wurde noch nicht gestellt. Das Verfahren ist noch in der Vorprüfung", erklärt ein RP-Sprecher. In diesem Stadium berate die Behörde die Antragssteller, um im Genehmigungsverfahren später nicht ständig Unterlagen nachfordern zu müssen.

Indes "tut sich in Ramholz etwas, ohne dass das Handeln in eine Form gefügt ist", heißt es aus dem Schlüchterner Stadtteil. Wer von den 150 Einwohnern welcher Meinung sei, werde sich Anfang August in einer Bürgerversammlung zeigen. Der Vollmerzer Ortsvorsteher Bruno Friedrich will sich zu dem Windpark derzeit nicht äußern, weil sein Kenntnisstand nicht ausreichend sei. Deshalb habe er für den 6. August ein Gespräch mit Schlüchterns Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD) vereinbart.