Hoffnung für Trassengegner? Tennet muss bei Suedlink nachbessern

29. Januar 2015
Region

„Die Bundesnetzagentur wird den Antrag von Tennet zu Suedlink zurückweisen." Dieser Satz von Dr. Markus Doll von der Bundesnetzagentur ließ die etwas mehr als 100 Besucher in der Sterbfritzer Mehrzweckhalle am Mittwochabend aufhorchen.

Zwar relativierte kurz darauf ein Mitarbeiter des zuständigen Fachreferates Dolls Äußerung. Aber auch er ließ durchblicken, dass der Übertragungsnetzbetreiber Tennet bei den Planungen zu der Starkstromtrasse noch eine Menge nachzubessern haben werde.

Tennet-Mitarbeiter Thomas Wagner blieb indes eine zufriedenstellende Antwort auf die Frage von Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich und Erster Kreisbeigeordneter Susanne Simmler (beide SPD), wie der Korridor durch Sinntal zustande kam, schuldig.

Die Starkstromtrasse Suedlink, die von Wilster in Schleswig-Holstein nach Grafenrheinfeld in Bayern führen soll, führt nach derzeitigem Stand auch durch die Landkreise Fulda, Bad Kissingen und Hersfeld-Rotenburg. Die von Tennet bevorzugte Variante verläuft entlang der A 7 und somit durch zahlreiche Gemeinden der Region. Sie könnte Sinntal entweder im Osten tangieren oder sogar zwischen Sterbfritz und Mottgers mitten durch die Kommune führen.

Nach der ersten Veröffentlichung der Ostvariante durch Thüringen habe sich Tennet bei den Plänen weiter gehangelt, sagte Wagner, der deutlich machte: „Wir müssen mit Suedlink nach Grafenrheinfeld kommen – irgendwie."

Ullrich kritisierte, dass die Gemeinde Sinntal sich erst sehr spät mit den Planungen habe befassen können. Andere Kommunen hätten hingegen schon sehr früh Raumwiderstände suchen und „sich aufmunitionieren können". Auch Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler bemängelte die Transparenz im bisherigen Planungsprozess. Die Sinntaler und Besucher aus Unterfranken befürchteten eine Zerstörung der Natur durch die Leitung und wiesen auf Belastungen durch Bahnstrecken und weitere Großprojekte hin. / au, so, sar

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