„Ich komme mir verarscht vor“ – Gemeinschaftshaus kann vorerst nicht weiter saniert werden

Sperrvermerk der Verwaltung sorgt für Unmut in den Reihen des Ortsbeirats

15. November 2015
seidenroth

Als Sorgenkind für den Seidenrother Ortsbeirat entpuppt sich einmal mehr das Dorfgemeinschaftshaus. Hier kann die Sanierung nicht weiter gehen, denn auf 20.000 Euro, die schon im Haushalt eingestellt waren, ist seit 2012 ein Sperrvermerk.

Von unserer Mitarbeiterin Margit Strott-Heinrich

„Hier wird das Ehrenamt mit Füßen getreten“, so der Vorsitzende des Männergesangvereins Sängerlust Seidenroth, Helmut Spielmann, dessen Verein die Räumlichkeiten ebenfalls nutzt. Die Sänger führen seit 45 Jahren den Hausmeisterdienst aus, erledigen erhaltende Kleinmaßnahmen und Renovierungen, halten in Stand und reinigen die Räume ehrenamtlich. Es könne nicht sein, dass ein solches Haus „unter den Tisch gekehrt“ würde, so Spielmann. Wenn die Räumlichkeiten nicht mehr genutzt werden könnten, wäre Seidenroth „das ärmste Kaff im Altkreis Schlüchtern“, jetzt, wo es nicht mal mehr ein Gasthaus in Seidenroth gebe. Das Haus wird vom Chor, den Landfrauen, dem Frauenkreis der evangelischen Kirchengemeinde und der Damen-Gymnastikgruppe und das Erdgeschoss als Treffpunkt von den Jugendlichen genutzt.

In den vergangenen Jahren erfolgten bereits einige Sanierungsmaßnahmen am Dorfgemeinschaftshaus. Eine neue Heizungsanlage wurde eingebaut und unter großem Einsatz des Männergesangvereins entstand in der ehemaligen Garage eine Toilettenanlage, neue Fenster und eine neue Hauseingangstür wurden eingebaut. Weitere Baumaßnahmen konnten nicht erfolgen, da die betreffende Haushaltshaltsstelle am 30. Januar 2012 mit einem Sperrvermerk belegt wurde, der bis dato noch gültig ist. Dieser Sperrvermerk wird allerdings nur aufgehoben, wenn ein Nutzungskonzept vorliegt.

Vorwürfe gegen Verwaltung

„Ich lasse mir nicht vorwerfen, ich hätte meine Hausaufgaben nicht gemacht und lasse mir nicht ankreiden, wir würden die Baumaßnahmen blockieren“, so Ortsvorsteherin Anja Schultheis, die sich von der Verwaltung „einmal mehr verarscht“ vorkommt. Sie kritisierte, dass der Ortsbeirat nicht in wichtige Gespräche involviert werde.

Jetzt hoffen die Seidenrother darauf, dass schnellstens das Sanierungskonzept erstellt, der Sperrvermerk am 17. November aufgehoben wird und ein zügiger Abschluss der Sanierungsmaßnahmen erfolgen kann.