Joints im Zigarettenetui: 33-Jähriger wegen Drogenbesitzes zu Geldstrafe verurteilt

16. November 2017
Schlüchtern

Zu einer Geldstrafe von 480 Euro (60 Tagessätze zu jeweils acht Euro) ist ein Schlüchterner vor dem Amtsgericht Gelnhausen verurteilt worden. Er hatte unerlaubt zwei Joints in seinem Besitz.

Der 33-Jährige war bei einer einwöchigen Sonderkontrolle der Polizeistation Schlüchtern Anfang April aufgeflogen. Auf dem Parkplatz zwischen Autobahnabfahrt Schlüchtern-Nord und Innenstadt hatten die Beamten den Wagen eines 37-jährigen Kalbachers herausgewinkt. Weil er nervös wirkte und er sowie sein Beifahrer polizeibekannt sind, schauten die Polizisten noch einmal genauer hin.

Und tatsächlich: Im Zigarettenetui des jüngeren Mitfahrers fanden sich zwei Joints, die sichergestellt wurden. Vor Gericht war sich der Berufs- und Arbeitslose nun allerdings keiner Schuld bewusst. Da er unter einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und einer posttraumatischen Belastungsstörung leide, sei er zur Linderung der Symptome auf den Konsum von Cannabis angewiesen. Seit seinem 13. Lebensjahr konsumiere er bereits Drogen.

Dazu legte er einen Pass vor, der ihn zum legalen Bezug des Rauschmittels berechtigt. Richterin Petra Ockert machte allerdings das Datum der Berechtigung stutzig: 20. August dieses Jahres. Der Drogenfund bei ihm datierte schon auf den 6. März. Die Entschuldigung des Mannes: Da habe er aber schon auf einen Arzttermin für die Pass-Ausstellung gewartet.

Er wollte eine Diskussion über die generelle Freigabe von Drogen in Deutschland beginnen. Das lehnten Staatsanwaltschaft und Gericht sofort rundweg ab. Es gebe Gesetze, nach denen geurteilt werden müsste. Der Drogenfund bei dem Schlüchterner bekomme eine „andere Qualität“, wenn sein Vorstrafenregister berücksichtigt werde, erklärten Staatsanwaltschaft und Gericht.

So wurde er bereits im Jahr 2008 wegen unerlaubter Abgabe von Drogen an Minderjährige zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Ende 2016 gab es eine Geldstrafe gegen ihn wegen des Besitzes von Rauschmitteln. Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe der Kinzigtal Nachrichten und im E-Paper. / ls