Kein Führerschein, keine Versicherung: 39-Jähriger muss 2400 Euro zahlen

24. November 2017
Gelnhausen

„Ohne alles“ war ein 39-Jähriger mit seinem Auto unterwegs, als er in den Abendstunden des 9. Juni dieses Jahres in eine Polizeikontrolle in Gelnhausen geriet. Das brachte ihm juristischen Ärger ein.

Schon vor 15 Jahren verlor der Familienvater seinen Führerschein. Trotzdem setzte er sich an jenem Juni-Abend hinter das Steuer seines Autos. Doch die kontrollierenden Beamten monierten nicht nur das Fehlen der Fahrerlaubnis. Für das Fahrzeug gab es auch keine Haftpflichtversicherung – und die Steuer war ebenfalls nicht entrichtet. Deswegen waren die Kennzeichen des Pkw wenige Tage zuvor zwangsweise entstempelt worden.

Trotzdem fuhr der Gründauer am Tattag von einer Sporthalle in Linsengericht zur Arbeit, weil er kurzfristig eine Schicht übernehmen musste. „Ich streite das nicht ab“, räumte der Mann die Tatvorwürfe ein. Aus Geldmangel habe er weder Versicherung noch Steuer aufbringen können. Seitdem ihm im Jahr 2002 der Führerschein weggenommen wurde, habe er keinerlei Versuche unternommen, den „Lappen“ wiederzuerlangen. Auch hier gab er die „Ebbe“ bei den Finanzen als Grund an. Zwischenzeitlich wurde er in den Jahren 2013 und 2014 jeweils einmal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu Geldstrafen verurteilt.

„Langsam wäre also eine Bewährungsstrafe an der Reihe“, resümierte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Hanau ihren Gesamteindruck. Trotzdem forderte sie unter Würdigung der Gesamtumstände „letztmalig“ eine Geldstrafe – mit 2800 Euro allerdings eine deutliche.

Richter Dr. Wolfgang Ott reduzierte den Betrag und verurteilte den Gründauer zu einer Sanktion von 2400 Euro (120 Tagessätze zu jeweils 20 Euro). Außerdem darf dem Angeklagten vor einer Frist von einem Jahr keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. Besonders schmerzlich für den Angeklagten: Weil sein Fahrzeug für eine Straftat benutzt wurde, zog es der Richter ein. / ls