„Komme um OP nicht herum“: CDU-Generalsekretär Tauber noch wochenlang krank

21. Dezember 2017
Region

Der hiesige Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Tauber (CDU, 43) hat sich seit den „Balkon-Bildern“ während der „Jamaika“-Sondierungsgespräche rar gemacht. Dies allerdings nicht nur in seinem Wahlkreis, sondern auch in Berlin, wo er auch als Generalsekretär seiner Partei arbeitet. Gegenüber unserer Zeitung hat er sich zu seiner Abwesenheit geäußert.

Von unserem Redaktionsmitglied Hanns Szczepanek

Sie sind seit Ende der „Jamaika“-Verhandlungen kaum mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Gibt es etwa einen politischen Grund dafür?

Nein, das hat andere Ursachen: Ich habe eine entzündliche Darmerkrankung, an der jedes Jahr in Deutschland mehrere Tausend Menschen erkranken. Die bekommt man halt, so wie man sich eine Grippe oder einen Magen-Darm-Virus einfängt oder die Treppe runterfällt. Es gibt nicht den einen Auslöser, aber Stress ist natürlich auch ein Faktor, wie mir die Ärzte gesagt haben.

Eines Nachts hatte ich in meiner Berliner Wohnung plötzlich hohes Fieber und starke Schmerzen, sodass ich den Notarzt rufen musste. Mittlerweile habe ich zwei Krankenhausaufenthalte hinter mir. Ich hatte gehofft, um eine Operation herumzukommen. Aber inzwischen steht fest, dass das nicht von selbst wieder in Ordnung kommt. Deshalb werde ich Mitte Januar operiert und will mich dann nach dem Krankenhausaufenthalt hier zu Hause erholen.

Da wünschen wir Ihnen erst einmal baldige Genesung und drücken für den Verlauf der Operation die Daumen. Wenn Sie somit als Bundestagsabgeordneter für die Bürger im Wahlkreis und als CDU-Generalsekretär für die Partei nicht zur Verfügung stehen, wer vertritt sie denn derzeit in diesen Funktionen?

Mein Team im Wahlkreisbüro und im Bundestagsbüro ist ja weiter ansprechbar. Und ich bin auch nicht aus der Welt. Natürlich lese ich die Zeitung und weiß, was zu Hause los ist. Briefe schreiben und auch mal mit den zuständigen Stellen oder Kollegen telefonieren, das funktioniert. Aber natürlich werde ich meine Aufgaben erst nach der vollständigen Genesung wieder richtig wahrnehmen können.

Und da gibt es genug zu tun. So müssen neben dem Ausbau des schnellen Internets dringend die Funklöcher geschlossen werden. Ich möchte, dass man überall im Wahlkreis in den nächsten Jahren eine durchgehende Mobilfunkverbindung hat. Da gibt es noch zu viele weiße Flecken. Und das Thema Infrastruktur und Arbeitsplätze wird wichtig bleiben, sei es bei Investitionen wie jetzt durch die Firma engelbert strauss im Bergwinkel oder die anstehende Entscheidung zur Schnellbahntrasse.

In Berlin hält mir dankenswerterweise Angela Merkel den Rücken frei. Mein Team im Konrad-Adenauer-Haus macht einen tollen Job. In den anstehenden Sondierungsgesprächen wird mich unser Erster Parlamentarischer Geschäftsführer Michael Grosse-Brömer erst einmal vertreten.

Waren die sicherlich nervenaufreibenden „Jamaika“-Gespräche nur der Auslöser für Ihre jetzigen Probleme oder verlangt Ihnen der Job in Berlin gesundheitlich doch mehr ab als erwartet?

Ich glaube: Weder noch. Wie schon gesagt, gibt es für so eine Erkrankung nicht nur einen Auslöser. Wenn ich daran denke, welchen Belastungen andere Menschen, beispielsweise in Pflegeberufen, als Soldaten im Auslandseinsatz oder an vielen anderen Stellen ausgesetzt sind, will ich auch nicht klagen. Das Ganze ist natürlich sehr ärgerlich, weil jeder, der mich kennt, weiß, wie umtriebig ich bin. Aber Politiker sind eben auch nur Menschen. Ich hoffe, dass ich nach der Genesung wieder voll einsteigen kann. In meinem Wahlkreis, aber auch in Berlin.