Opfer wollte Streit schlichten: Zwei Jahre auf Bewährung nach Prügelei

07. Oktober 2017
Kalbach/Steinbach

Ein 30-jähriger Mann aus Kalbach ist am Rande des Steinauer Faschingsumzuges im vergangenen Jahr brutal verprügelt worden. Nun wurden im Amtsgericht Gelnhausen zwei Männer aus Bad Soden-Salmünster und Leidersbach zu jeweils zweijährigen Bewährungsstrafen verurteilt. Allerdings haben beide gegen das Urteil des Schöffengerichts bereits Berufung eingelegt.

Am 6. Februar 2016 gegen 17.30 Uhr hatte das Opfer laut eigener Aussage gerade den Umzugswagen seiner Gruppe auf einem Parkplatz postiert, als er eine Gerangel gesehen habe. Um zu schlichten, habe der Kalbacher sich eingemischt und sofort selbst reichlich Schläge eingefangen.

Die Folge waren ein Jochbeinbruch und eine Gehirnerschütterung, zeitweise war die Sehfähigkeit bei seinem linken Auge stark eingeschränkt und eine Besserung zunächst nicht absehbar.

Als Täter hatte die Staatsanwaltschaft Hanau zwei Brüder und einen ihrer Freunde ausgemacht.

Bei einem 26-Jährigen aus Bad Orb wurde in der Verhandlung allerdings schnell klar, dass ihm eine Beteiligung kaum nachzuweisen sein wird. Er geriet in Verdacht, weil sein Fahrzeug am Tatort gesehen worden war, allerdings soll damit seine Freundin unterwegs gewesen sein. Er selbst will an jenem späten Nachmittag zu Hause gewesen sein.

Dass sie beim Faschingsumzug in Steinau waren, gaben zumindest die beiden anderen Angeklagten zu. Der 25-Jährige aus Leidersbach will allerdings zunächst nur beobachtet haben, wie sich zwei Personen geprügelt haben. Um dem „Kleineren“ von beiden zu helfen, habe er eingegriffen, allerdings sei dann sofort ein Mann mit Handschuhen auf ihn zugestürmt und habe ihn geschlagen. Anschließend sei er weggerannt.

Die Version des 23-Jährigen aus Bad Soden-Salmünster: Er habe nur jemanden von der Schlägerei weghalten wollen, dabei selbst etwas abbekommen und sich dann gewehrt. Den Vorwurf der vorsätzlichen gefährlichen Körperverletzung bestritt auch er.

Da das Opfer aber zumindest den Angeklagten aus Leidersbach im Gerichtssaal als einen der Täter identifizierte, sah das Schöffengericht auch nach weiteren Zeugenaussagen genügend Indizien, um beide Männer zu zweijährigen Bewährungsstrafen zu verurteilen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Berufungsverhandlung wird im nächsten Jahr im Landgericht Hanau stattfinden. / anz