Kommt nach Windpark „Buchonia 1“ nun noch „Buchonia 2“ nach Schlüchtern?

07. Dezember 2015
Schlüchtern/Sinntal

Der Windpark Buchonia auf der Breiten First zwischen Ramholz und Sterbfritz wächst. Unterdessen arbeitet die SynEnergie, ein Tochterunternehmen der RhönEnergie Fulda, an einem weiteren Projekt 1,6 Kilometer östlich von Schlüchtern-Gundhelm und nahe des Nato-Munitionsdepots am Sparhof.

Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Ungermann

Die Bürgerinitiativen „Ramholz/Degenfeld – Rettet die Kulturlandschaft Ramholz“ und „Windkraft in Sinntal ... so nicht“ beklagen bereits eine „massive Verschandelung des Landschaftsbildes durch den Windpark Buchonia 1“. Nun befürchten sie weitere Beeinträchtigungen durch ein Projekt „Buchonia 2“.

Tatsächlich arbeitet die Firma SynEnergie an einem weiteren Projekt. „Dieses nennt sich bei uns ,Breite First Nord‘ und hat außer einer räumlichen Nähe mit dem Windpark ,Buchonia‘ nichts zu tun“, erklärt Dr. Marc Oeffner, der für die Projektentwicklung Windenergie bei dem Fuldaer Energieversorger zuständig ist. Laut seiner Auskunft sind zwischen Gundhelm und Sparhof – nahe des einstigen Nato-Depots – insgesamt fünf Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von etwa 150 Metern und einer Nennleistung von drei Megawatt (MW) geplant.

Bürgerinitiativen weisen auf Schwarzstorchhorst in der Nähe hin

„Wir rechnen mit einem Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro pro Anlage, insgesamt also etwa 25 Millionen Euro“, erläutert Oeffner auf Anfrage. Der Windpark soll demnach ausschließlich auf Flächen des Landesbetriebs Hessen-Forst entstehen und etwa 100 Hektar umfassen. „Die Rodungsfläche wird allerdings nur etwa vier Hektar betragen. Die Sicherung der Flächen im Projektgebiet ist im Vorfeld der Planung selbstverständlich erfolgt“, erklärt der Projektentwickler.

Die Bürgerinitiativen gehen derzeit davon aus, dass der Windpart „Breite First Nord“ nicht genehmigungsfähig sei. „In unmittelbarer Nähe zum Gebiet befindet sich ein Schwarzstorchhorst, der auch im Jahr 2015 belegt war. Mitglieder unserer BI haben zusammen mit Maik Sommerhage, Referent für Schutzgebietsbetreuung und Vogelschutz beim Nabu Hessen und Leiter des Nabu-Rotmilanprojektes, die Belegung des Schwarzstorchhorstes dokumentiert“, schreibt Günther Nix, von der BI Ramholz/Degenfeld.

Was das Regierungspräsidiums Darmstadt zu dem Projekt sagt und ob schon ein Antrag nach dem Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG) gestellt worden ist, lesen Sie am Montag in einem ausführlicheren Artikel zum Thema in der gedruckten Ausgabe der Kinzigtal Nachrichten sowie im E-Paper.