Zimmerer Kevin Hofacker aus Steinau erkämpft sich bei Berufe-WM Platz sieben

03. November 2017
Steinau/Abu Dhabi

Der amtierende Zimmerer-Europameister Kevin Hofacker (22) aus Steinau hat bei der WorldSkills – der WM der Berufe, die am Donnerstagabend in Abu Dhabi zu Ende gegangen ist – im Wettbewerb der Zimmerer Platz sieben belegt.

Der Steinauer bekam eine „Medallion for Excellence“. Das teilte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe in einer Pressemitteilung mit, die Sie nun im Wortlaut lesen: „Keine Frage, ich hätte mir eine bessere Platzierung gewünscht. Ich bin in Abu Dhabi angetreten, um zu gewinnen. Dafür habe ich mich intensiv vorbereitet, dafür habe ich hier vier Tage alles gegeben“, erklärt Kevin Hofacker.

„Aber andere Nationen waren in diesem Wettbewerb besser. Und ich habe leider einen Fehler gemacht, der mich entscheidende Punkte gekostet hat. Aber nichtsdestotrotz hatte ich hier eine großartige Zeit mit einzigartigen Eindrücken, und ich möchte nichts aus den drei Jahren der intensiven Vorbereitungszeit missen“, sagt der Zimmerer-Europameister aus dem Jahr 2016.

Hofacker arbeitet als Geselle bei Alexander Stein GmbH in Steinau-Ulmbach. Trainer von Hofacker ist Roland Bernardi, Zimmermeister und Holzbauunternehmer aus Völklingen im Saarland. Bernardi war in Abu Dhabi gleichzeitig als Experte Mitglied der internationalen Jury.

Zimmerer Kevin Hofacker aus Steinau erkämpft sich bei Berufe-WM Platz sieben

Die Aufgabe der Zimmerer während des viertägigen Wettbewerbs mit 22 Zeitstunden bestand aus vier Modulen. Das erste Modul war ein Pavillon mit trapezförmigem Grundriss, das zweite ein symmetrisches Satteldach mit geneigtem First, senkrechten Giebelsparren und verkanteten Hölzern. Im Pavillon war eine Sitzbank (Modul 3) mit Bodenbelag mit drei verschiedenen Höhen beziehungsweise Niveaus zu erstellen. Diese Sitzbank wurde aus Vollholz mit einer Stärke von vier Zentimetern hergestellt und musste auf Gehrung geschnitten werden.

Abschließend musste ein Stehtisch als Modul 4 gebaut werden. Er wurde nach der Mandala-Bauweise hergestellt und bestand aus drei verschiedenen Streben mit jeweils unterschiedlicher Neigung. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe bestand in der hohen Genauigkeit in den Schnitten sowie den extrem großen Querschnitten bei den Wänden und der Bodenplatte im Modul 1. Die knapp zur Verfügung stehende Zeit verschärfte die Schwierigkeit.

Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes kommt insgesamt mit einer Silbermedaille und drei Medallions for Excellence im Gepäck nach Hause. Timo Schön (21) aus Velburg in Bayern und Medin Murati (20) aus Warmisried in Bayern holten im Wettbewerb der Betonbauer die Silbermedaille. Jannes Wulfes (21) aus Harsum, Niedersachsen, erreichte im Wettbewerb der Maurer einen hervorragenden 5. Platz, Raphael Rossol (21) aus Gnarrenburg in Niedersachsen belegte im Wettbewerb der Fliesenleger den 9. Platz. Beide erhielten für ihre Bestleistungen eine Medallion for Excellence. Lukas Kirschmer (20) aus Blaubeuren in Baden-Württemberg kam im Wettbewerb der Stuckateure nicht über den 14. Platz hinaus.

Klaus-Dieter Fromm, Delegationsleiter des Deutschen Baugewerbes in Abu Dhabi und Vorsitzender des Ausschusses für Berufsbildung des Zentralverbands Deutsches Baugewerbes, gratulierte dem Team: „In Abu Dhabi waren Deutschlands beste junge Facharbeiter am Start. Sie haben großartig gekämpft und alles gegeben. Dafür zollen wir ihnen höchsten Respekt. Sie sind ein hervorragendes Aushängeschild für unsere Branche und zeigen, wie weit man es mit einer guten Ausbildung, einer starken Leistung und entsprechendem Engagement bringen kann.“

WorldSkills 2017: Rund 1.300 Teilnehmer aus 59 Ländern haben vom 14. bis 19. Oktober in Abu Dhabi bei der WM der Berufe in 51 verschiedenen Wettbewerbskategorien um Medaillen gekämpft. Präzision und Genauigkeit sowie Nervenstärke und Konzentration entschieden über Gold, Silber und Bronze. Rund 150.000 Besucher haben an den vier Wettbewerbstagen den jungen Wettkämpfern über die Schulter geschaut.

42 deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten in 37 Berufen. Dazu gehören auch die sechs Mitglieder aus dem Nationalteam des Deutschen Baugewerbes in den Berufen Betonbauer, Maurer, Fliesenleger, Stuckateur und Zimmerer. / KN