Tod des kleinen Maximilian: Das Verfahren einzustellen ist Schock für Mutter

24. November 2017
Hanau/Bad Orb

Fast vier Jahre lang hat die Staatsanwaltschaft Hanau nach dem Tod des kleinen Maximilian aus Bad Orb ermittelt, jetzt liegt das Ergebnis vor: Das Verfahren gegen insgesamt sieben Ärzte, die den Jungen unter anderem am Klinikum Hanau behandelt hatten, wurde eingestellt.

Sämtliche von der Staatsanwaltschaft beauftragte Sachverständige seien zu dem Ergebnis gekommen, dass für keinen der Mediziner ein lebensbedrohlicher Zustand des Jungen feststellbar und vorhersehbar gewesen sei, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Bei der Mutter von Maximilian hat diese Nachricht für Entsetzen gesorgt: „Ich werde weiterhin für meinen Jungen kämpfen“, sagte Tanja Gethöffer und kündigte an, Beschwerde einlegen zu wollen. Sie wirft der Staatsanwaltschaft schwere Ermittlungsfehler und den Ärzten Falschaussagen vor.

Mit starken Atemproblemen war der Junge Anfang 2014 zweimal in die Kindernotfallambulanz des Klinikums Hanau eingeliefert worden, laut Aussage von Tanja Gethöffer sei sie mit ihrem Kind aber beide Male von Assistenzärztinnen nach Hause geschickt worden. Die Klinikleitung hatte dies in einer Pressemitteilung bestritten, die Eltern seien dem ärztlichen Rat einer stationären Aufnahme zunächst nicht gefolgt.

Starb dreijähriger Maximilian wegen eines Ärztefehlers?

Beim zweiten Termin sei aufgrund der medizinischen Indikation, der Junge hatte Fieber bekommen, ein neuer Termin für eine bereits geplante Operation vereinbart worden. Am nächsten Morgen fand die Mutter ihr Kind leblos im Bett, wenig später war es tot.

Sie selbst hatte bei einem Chefarzt einer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Norddeutschland ein Gutachten in Auftrag gegeben. Mit einem eindeutigen Ergebnis: Bereits seit Juni 2013 hätten die Mediziner auf eine Entfernung der Rachenmandeln drängen, spätestens aber Anfang 2014 eine Operation erfolgen müssen, lautet seine Einschätzung.

Ein eindeutiges ärztliches Fehlverhalten sieht der Chefarzt von zwei Assistenzärztinnen bei der Vorstellung von Maximilian im Klinikum Hanau, sie hätte den kleinen Jungen stationär aufnehmen müssen. Er kommt in seinem Gutachten zu dem Schluss, dass der Tod des Dreijährigen wahrscheinlich hätte verhindert werden können.

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