Bald Ergebnis in Disziplinarverfahren gegen Steinaus Bürgermeister

12. August 2017
Steinau

Nach dem Wirbel um den Bürgermeister von Steinau an der Straße, Malte Jörg Uffeln (parteilos), rechnet die Kommunalaufsicht für Anfang September mit Resultaten im Disziplinarverfahren. Anlass des Ärgers ist eine fragwürdige Widmung des Bürgermeisters in einem Buch über Adolf Hitlers Sekretär Martin Bormann.

Die Dienstaufsicht sei mit ihren Ermittlungen noch nicht zu einem Ergebnis gelangt, sagte ein Kreissprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In dem umfangreichen Verfahren müssten noch weitere Zeugen vernommen werden. Beurteilt werden müsse, wie Uffeln insgesamt seine Amtsgeschäfte führe.

Uffeln hatte ein Buch-Geschenk für seinen Hauptamtsleiter mit der Widmung versehen: „Mein Sekretär! Ihnen, meinem treuen Paladin, in dankbarer Verbundenheit. Ihr Malte Jörg Uffeln ,mF‘ 20.04.2015.“ Die Abkürzung „mF“ kann auch als „mein Führer“ gelesen werden.

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Von Sabine Schuchardt „Nur die Bürgerinnen und Bürger können mich abwählen“, erklärt Uffeln zur Forderung der SPD, Konsequenzen aus dem Fall zu ziehen und seinen Rücktritt zu erklären, bevor ein Abwahlverfahren gegen ihn angestrengt werde. Es sei das gute Recht der SPD-Fraktion, dies zu fordern, zugestellt worden sei ihm eine solche Forderung bislang aber nicht, erklärt Uffeln.

Zudem ist der 20. April Hitlers Geburtsdatum. Uffeln betonte: „Ich habe keine braune Gesinnung“. Es sei ein Scherz und ein Fehler gewesen. Die Staatsanwaltschaft Hanau sieht keinen Grund für Ermittlungen. Bei dem Disziplinarverfahren wegen eines möglichen Dienstvergehens sind dienstliche Verweise oder Geldbußen denkbar.

Auch von Seiten der Bürger droht dem polarisierenden parteilosen Politiker Ungemach. Die Stadtverordnetenversammlung hat ein Abwahlverfahren eingeleitet. Ob der Rathaus-Chef abgewählt wird, darüber entscheiden die Steinauer bei einem Bürgerentscheid am 24. September. / dpa

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Uffeln erklärt, er sei für Anfragen nicht erreichbar gewesen, da er am Mittwoch und Donnerstag den ganzen Tag mit einer Anhörung in dem gegen ihn angestrengten Disziplinarverfahren beschäftigt gewesen sei. Uffeln erklärt, dass der Bürgermeister die Gemeinde vertrete und nur im Verhinderungsfall der Erste Stadtrat.