Uffeln benennt in Pressekonferenz Fehler und will Kommunikation ändern

12. September 2017
Steinau

Ja, er habe dumme Fehler gemacht, räumte Steinaus Bürgermeister Malte Jörg Uffeln (parteiunabhängig) am Dienstag, 12. September, im Schützenhof in Ulmbach ein, wohin er zur Pressekonferenz geladen hatte, um über den Stand der drei Verfahren gegen ihn zu sprechen.

Erschienen waren nicht nur Pressevertreter, sondern auch ein paar seiner Unterstützer sowie zwei seiner Kritiker: BGM-Fraktionsvorsitzender Tobias Betz und Jörg Treffler. Treffler hatte auf seiner Facebook-Seite „Kein Blatt vor den Mund“ im Mai über Uffelns Buchwidmung im Nazi-Jargon an einen engen Mitarbeiter – die ein „Holger Petersen“ auf seinem Facebook-Profil veröffentlicht hatte – berichtet. Danach war das Abwahlverfahren in Gang gekommen.

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NS-Widmung: Disziplinarverfahren gegen Steinaus Bürgermeister Uffeln

Der Main-Kinzig-Kreis hat am Mittwoch ein Disziplinarverfahren gegen Steinaus Bürgermeister Malte Jörg Uffeln (parteiunabhängig) eingeleitet - wegen des Verdachts auf ein Dienstvergehen. Das teilte auf Nachfrage unserer Zeitung ein Pressesprecher des Kreises mit.

Treffler hatte auf seiner Seite auch Schriftwechsel veröffentlicht, den Uffeln mit dem Facebook-Profil „Holger Petersen“ geführt hatte. Darin äußerte sich Uffeln in derber und beleidigender Weise über eine Stadtverordnete. Das räumte er ein und sprach von seiner eigenen Dummheit und seinem „naiven Glauben“, sich überhaupt mit jemandem in dieser Weise ausgetauscht zu haben, den er gar nicht gekannt habe.

Uffeln kündigte an, dass er nach dem Wahltag – „egal wie es ausgeht“ – seine Bürgermeister-Facebook-Seite löschen werde. Sein Kommunikationsverhalten werde er ändern, er müsse sich da an die eigene Nase fassen, wenn er verlange, dass miteinander und nicht übereinander gesprochen werde.

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Bürgermeister Malte Jörg Uffeln: Abwahlverfahren mit 21 Ja-Stimmen beschlossen

Das Abwahlverfahren von Bürgermeister Malte Jörg Uffeln ist mit den benötigten 21 Ja-Stimmen beschlossen worden. Uffeln selbst nahm nicht an der Sitzung teil, da er nicht beratend anwesend sein dürfe, wie er mitteilen ließ. Damit findet am 24. September ein Abwahlverfahren statt.

Wie bereits berichtet, hatte die Staatsanwalt Hanau kein Ermittlungsverfahren wegen der privaten Buchwidmung angestrengt. Die Kreis-Dienstaufsicht eröffnete ein Disziplinarverfahren, sah aber keinen Anlass, die Widmung zu sanktionieren. / sab

Was Uffeln zu der Geldbuße von 1000 Euro wegen seiner Vorträge sagt sowie zu dem Vorwurf, das Horst-Wessel-Lied angestimmt zu haben, lesen Sie ausführlich in der Mittwochausgabe der Kinzigtal Nachrichten sowie im E-Paper. In dem Artikel wird es außerdem darum gehen, was Uffeln verändern will, falls er doch nicht abgewählt wird.

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Bürgermeister Malte Jörg Uffeln soll 1000 Euro Bußgeld für „Fehlverhalten“ zahlen

Ermittelt wurde unter anderem wegen seiner Vortrags- und Seminartätigkeit und die Frage, ob er diese Nebentätigkeiten hätte anzeigen müssen, aber auch wegen einer fragwürdigen Widmung an einen engen Mitarbeiter in einem Sachbuch über Martin Bormann, den Hitler-Sekretär. Diese stammt aus dem Jahr 2015 und war vor einigen Monaten auf einer Facebook-Seite veröffentlicht worden.